Auto und Flughafen

Der letzte Tag an dem mein Bruder und seine Verlobte anwesend sind ist angebrochen und schon fast wieder vorbei. Der Plan war sie um halb zwoelf in der Wohnung abzuholen und dann zum Flughafen zu fahren.

Ich war halb zwoelf im Apartment, die beiden waren gestiefelt und gespornt, der Tank voll. Scheinbar alles fertig.

Scheinbar. Denn irgendwie hat sich die Luft aus meinem linken Hinterrad verabschiedet, d.h. ich hatte einen Platten. Komplett leer. Wann genau das passiert ist, ist unklar, muss aber zwischen Geschaeft und Wohnung passiert sein, also ca. 5min vorher. Was ein Timing (wie sagt man das eigentlich geschickt auf Deutsch? ‚Was fuer eine schlechte zeitliche Koordinierung‘ scheint mir eher ungelenkt). Nunja, das Taxi anrufen kann man hier vergessen, die brauchen mindestens ’ne Stunde bis da was ankommt. Also erstmal Reserverad aufgezogen. In Deutschland darf man damit maximal 80 km/h fahren und auch nur bis zur naechsten Werkstatt. Und das so auch net so fit aus, dass ich damit ne Stunde noch rumfahren koennte, bevor ich es ersetze. Vor allen Dingen bei dem Zustand der Strassen hier. Also meinen Nachbarn gefragt, ob er einspringen kann als Chauffeur. Hat prima geklappt. Es gibt halt doch noch nette Leute. Ging auch gleich so weiter.

Mein Bruder und Verlobte waren also versorgt, kommt das Auto dran. Auf zum naechsten Saturn-Haendler und Reifen wechseln. Ich erzaehl also die ganze Geschichte, der sagt halt: Alles klar, kostet knapp $90 (also ca. 60 Euro). Gut, man hat ja eh keine Wahl. Also, alten Reifen losgeworden und ins Wartezimmer gesetzt. Gefuehlte 15min spaeter (hatte keine Uhr dabei) kam mein Servicemitarbeiter wieder rein und meinte nur:

Alles klar, der alte Reifen hatte nur ein kleines Loch, das haben wir behoben, Sie koennen jetzt das Auto wieder benutzen

Ich muss mir noch eine gute Uebersetzung fuer „You’re good to go“ ueberlegen. Kein Cent/Dollar/Euro bezahlt und wieder ein fahrbares Auto. Das nenn ich Service. Ich bin wieder gluecklich ­čÖé Und obwohl ich dauernd vom ‚reserve tyre‘ geredet hab (heisst eigentlich ’spare wheel‘), wurde ich verstanden. Prima. Auf in den Nachmittag.

Das erste Gehalt

Meine Freunde nerv ich schon damit, was ich alles mit meinem ersten Gehalt machen will. Da fallen dann so Sachen drunter wie ein Einzelhaus, selbst entworfen, ’ne Apartmentwohnung (Maisonette mit Rooftop-Terasse), ein Mini Cooper (am Besten John Cooper Works), ein Vier-Kern-PC (Intel Kentsfield) mit zwei Nvidia Grafikkarten (GTX 280 im SLI), ein Macbook im Tablet-Umbau, ’nen eigenen Starbucks (f├╝r die beiden Frappuccinos Strawberries & Creme und Mocca) und sonst irgendwelche Spinnereien.

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Headset

So, ich bin auf der Suche nach einem Headset. Bluetooth, bequem und „kompatibel“ mit Handys. Ich will das am Meisten nutzen f├╝r Skype/Internettelephonie, aber auch eventuell im Auto um dem deutschen Gesetz gerecht zu werden. Es sollte also angenehm zu tragen sein und das Mikrophon sollte nicht gerade superempfindlich sein, damit man noch das R├Âcheln des ├╝berfahrenen Ebers h├Ârt…

UPDATE: Flut

Nunja. Der Hammer. Nachdem ich es bei uns ja eher witzig fand, kommen nun ein paar Fotos von der Stadt 12km entfernt. Das ist weitaus weniger witzig. Mein Chef hat sich heute frei genommen, um sein Haus zu dehydrieren. Ich lass die Fotos einfach mal ohne weiteren Kommentar so stehen (sind nicht von mir die Fotos, sind von Arbeitskollegen). Die ersten acht Bilder sind unser Firmemparkplatz, der Rest ist aus Franklin

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Wer das liest kann lesen

So. Erstes Wochenende ist rum. Wo fang ich an? Freitag Abend am Besten. Nachdem der Arbeitstag ganz gut rumgegangen ist (nix Spezielles zum Erz├Ąhlen vorhanden) wurde ich Abends eingeladen zu einer „Ich geh in den Ruhestand“-Party. War ganz nett, irritierend war nur das dort drei Fernseher hingen (innerhalb eines Raums) mit drei verschiedenen Sportsendungen die einfach mal im Hintergrund liefen. Es ist wohl in Amerika Gang und Gebe (wenn man von einer Gastst├Ątte in Indiana auf ganz Amerika schliessen kann), dass IMMER und DAUERND der Fernseher l├Ąuft, meist mit Sportsendungen. Man gew├Âhnt sich dran, auch wenn ich immer wieder abgelenkt wurde von den Bewegungen im Augenwinkel.

So hab ich auch mitgekriegt das ein NASCAR-Fahrer mit 180 mph (290 km/h, kommt mir etwas schnell vor f├╝r NASCAR-Autos, aber so hab ich das verstanden) seitw├Ąrts in die Wand gecrasht ist, sich ein paarmal ├╝berschlagen hat und dann einfach aus dem Auto ausgestiegen ist und weglaufen konnte. Fahrgastzelle for the win. Unglaublich.

Samstag durfte ich dann erstmal ausschlafen und war dann die Gegend, bzw. die Einkaufsm├Âglichkeiten erkunden. Hat allerdings viel Zeit gekostet, da ich alleine in dem Buchladen drei Stunden verbracht habe. Unglaublich wieviel Angebot die hier ├╝berall haben. Den Samstag abend hab ich dann erstmal daheim genossen, gem├╝tlich mit Bier und Chips vor dem Fernseher. Somit h├Ątte ich das auch abgehakt und es kann „ordentlich“ weitergehen.

Sonntag bin ich dann mit der Lena und einer weiteren Praktikantin (schafft f├╝r W├╝rth) gem├╝tlich auf einem Trail entlangspaziert und uns ├╝ber Gott und die Welt, Architektur, Logistik und Amerikaner an sich unterhalten. Exzellent. Sonnenschein und um die 20┬░C mit blauem Himmel. Besser kanns fast nicht werden um die Jahreszeit. In Karlsruhe hats wohl gerade um die 2┬░C ­čÖé

Heute (Montag) hab ich dann angefangen mit dem Meterstab (yard rule, damit ich mir das merken kann) die Ecke auszumessen in die ich den Messstand einbauen darf. Das wird mich noch mindestens diese Woche besch├Ąftigen. Daheim hatte ich dann das erste kleine Maleur, irgendwie war mein Klo verstopft (ja, irgendwie ­čÖé ). War aber kein Problem in der Service-Oase Amerika, einfach in der Administration angerufen, 5min sp├Ąter war jemand mit dem P├╝mpel (plumber’s helper ­čÖé ) da und weitere 5min sp├Ąter war das Problem gel├Âst. Wow. Ich bin beeindruckt. Dann war ich noch Wasser einkaufen und ein paar Gew├╝rze, damit ich mir auch was leckeres kochen kann. Ein ernsthaftes Problem scheint hier Jod-Salz zu sein. Ich hab 20 verschiedene Salz-„Sorten“ gefunden, auf allen stand dann singem├Ąss drauf:

This salt does not supply iodide, a necessary nutrient

Ahja. Es wird also jedesmal erw├Ąhnt das KEIN Jod drin ist, ein „wichtiger N├Ąhrstoff“. Interessant.

Der Rest des Nachmittags hab ich dann gem├╝tlich auf dem Balkon verbracht, bei 23┬░C und einem
H├Ąagen-Dazs-Eis (500ml f├╝r $4). Sowas kostet bei uns locker das Doppelte.

getting used to it …

Ich sollte mir ernsthaft ueberlegen ob ich einfach Alles auf Englisch schreibe, das uebt doch sehr ­čÖé Ansonsten hab ich die ueblichen Probleme das in meinem Hirn massen an Begriffen rumschwirren, allerdings noch jede Menge Deutsche, so dass ein richtiges „Gespraech“ auf Englisch fuer mich sehr anstrengend ist, da ich immer erst die englischen Woerter suchen muss. Aber das wird sich bald legen.

Inzwischen hab ich das Notwendigste in meiner Wohnung (Klopapier und was zu Trinken ­čÖé ) und habe schon amerikanische Gastfreundschaft erfahren, auch wenn die von einer deutschen Praktikantin kam. Aber es ist sehr gut jemand zu haben der schon seit einem Monat hier ist und ich mit Fragen loechern kann. Exzellent. Inzwischen mach ich auch fast keine Fehler mehr mit der Y und Z Taste, nur ab und an kommt es noch vor das ich auf „;“ druecke um ein UE (Umlaut) zu schreiben. Oder anstatt der Anfuehrungszeichen das @-Zeichen mache. Man moege mir verzeihen, aber bald hab ich das amerikanische Tastataturlayout auch komplett intus. Die naechsten Anstehenden Tasks sind somit:

  1. Registrieren bei SEVIS, allerdings muss ich vorher noch was abklaeren. Erledigt. War mit Schwierigkeiten verbunden, weil das System gerade Probleme hat. Gibt aber ne kostenlose Rufnummer, die haben mir sofort geholfen. Auch erledigt. Wunderbar
  2. Beantragen der Social Security Number, die soll ich aber erst zehn Tage nach der Einreise in die USA beantragen, waere also der 11. April. Hab die jetzt schon ne Weile.
  3. Nach Erhalt der SSN werde ich mir einen amerikanischen Fuehrerschein holen, inkl. schriftlichen und praktischem Test. Alles Multiple Choice und recht offensichtlich („Was machen Sie nach dem Untergang der Sonne? a) Licht anmachen, b) rechts ranfahren, c) Hupen“). Das sollte kein Problem darstellen. Nein, war es auch nicht. Fuehreschein bestanden.
  4. Kauf eines Autos. Ich hab da einen Privathaendler an der Hand, der macht das guenstig. Supi.
  5. Kaufen eines Handys. Dringend notwendig. Erledigt, bin jetzt bei AT&T
  6. Internet at home. Brauch ich dringend. Die Wahl faellt wohl auf AT&T. Richtig
  7. Bei der Post Bescheid sagen das mein Apartment wieder beliefert werden darf. Erledigt

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