Liseberg

Heute war der Tag des Göteborg-Tickets. Aber ich komm direkt zum Ende und gönne dem Rest einen eigenen Artikel.
Der Pass kostet 350SEK. Da sind diverse freie Eintritte, Stadtführungen usw. dabei. Und auch der Eintritt in Liseberg war mit dabei. Also, zum Abschluss des Tages bei Sonnenschein noch ein bisschen Schiffsschaukel fahren.
Liseberg ist der grösste Vergnügungspark Schwedens. Direkt zentral in Göteborg gelegen. Man sieht schon von weitem den Freefall-Tower und die kreischende Jugend. Hach, das wird gut. Erstmal an die recht kurze Schlange am Eingang gestellt. Und mich gewundert, dass der Pass so günstig ist im Vergleich zum regulären Eintritt. Nun ja, am Riesenrad angestellt, kaum 15min später stehe ich vor einer Dame die irgendwas von Armband faselt. Tatsache, alle haben ein Armband ausser mir. Am Eingang hab ich noch gedacht, dass wäre sowas wie ein Altersnachweis. War aber nicht so. Weil: das “free entry” das so laut angekündigt wurde heisst auch nur genau das: freier Eintritt. Danach kostet ALLES. Und nicht zu knapp. Je nach Großartigkeit der Attraktion kann das auch mal 5€ kosten. Was ein Rotz.
Nunja, auf zum nächsten Eingang, mal einen auf Touri machen (und auf Deutschen, wir bruddeln ja so gerne wir Deutschen) aber mir fehlten dann wohl doch die Argumente. Nungut, ein beherztes “Ihr seht mich nie wieder” wurde auch eher zur Kenntnis genommen und das wars dann auch schon mit Vergnügen. Ich hatte dann nach dem langen Tag sowieso keine Lust mehr und bin beleidigt ins Hostel zurückgefahren.

Fortbewegung in Schweden

In vielen Dingen ist Schweden identisch zu Deutschland. Die Sprache, das Verhalten und insbesondere das Verhalten im Nah-/Fernverkehr.

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In Deutschland gibts ja erst seit Kurzem Linienfernbusse, in anderen Ländern ist das Gang und Gebe. Mindestens in Göteborg/Stockholm gibts riesige Busbahnhöfe mit 30+ Abfahrtsterminals. Wie man auf dem Bild sieht ist das nicht mehr als eine Zahl, eine Tür und ein Display für die nächsten Verbindungen.
Das schöne ist, hier fühlt man sich wie in Deutschland. Bevor kein Bus da ist, sitzen alle entspannt auf den Bänken vor der Tür. Sobald aber der Bus auch nur um die Ecke linst, wird aufgesprungen und sich brav eingereiht. Es gibt nämlich keine Platzkarten und nach her sitzt man nicht auf seinem Lieblingsplatz. Das wäre ja furchtbar.
Aufspringen, drängeln, böse Blicke, und ja als erster im Bus sein.
Aber das können sie ja auch alle im ÖPNV üben, weil, wie bisher überall, man stellt sich direkt vor die Tür (Lieblingsplatz!), die Tür geht auf und ….. WAHNSINN. Da wollen Leute raus? Etwa auch noch mit Gepäck? Das konnte ja keiner ahnen.
Gut man ist dann höflich und bleibt immerhin im Weg stehen, anstatt sich mit Gewalt reinzudrücken.

Göteborg [ˌʝøtəˈbɔrj]

ACHTUNG, JETZT KOMMT EIN BISSLE GESCHICHTE:

Das meiste hab ich direkt aus der Wikipedia geklaut, aber bisher hat Wissen noch niemandem geschadet :)

Göteborg, gebaut im 17. Jahrhundert als Hafen in den Atlantik (alle anderen Häfen gingen in die Ostsee und die Ostsee wurde damals noch von den Dänen kontrolliert), hatte es den großen Vorteil, das der Hafen ganzjährig eisfrei ist (im Gegensatz z.B. zu Stockholm, wo es gut und gern einfach mal -30°C im Winter haben kann).

Im 18. Jahrhundert wuchs es dann zur Handelsstatt sondergleichen auf, einerseits durch die schwedische Ostindienkompanie, als auch durch die Handelsblockade von Napoleon, der nach Trafalgar etwas pampig meinte, mit den Briten darf keiner mehr spielen .. äh handeln. So hat London einfach regen Austausch mit Göteborg gehabt und beide haben davon enorm profitiert.

Nachdem Napoleons Blockade im 19. Jahrhundert Geschichte wurde, brach auch der Handel zusammen. Allerdings hat man einfach aufs Bankenwesen umgesattelt und das Geschäft florierte gut. Im 20. Jahrhundert war dann die Textilindustrie tonangebend. Insbesondere Gamlestadens Fabrikers ist hier hervorzuheben. Nachdem die Fabriken auf lehmhaltigen Boden gebaut worden sind, gabs ab und an Risse in den Böden und das führte dazu, dass die Kugellager in den Webstühlen schief abgenutzt wurden. Aber, dem Ingenieur sei dank, gabs eine geniale Erfindung, nämlich das Pendelkugellager. Dafür wurde dann flugs eine eigene Firma aufgemacht (AB Svenska Kullagerfabriken, abgekürzt SKF) die dann später letztendlich auch für die bekannte Automarke Volvo zuständig war.

Für das 21. Jahrhundert schreib ich nix, den einen Satz kann man auch in der Wikipedia nachlesen. Sehr gut fand ich nur noch den Spruch:

In Göteborg schreibt man keine Gedichte; man schreibt Rechnungen.

Ich schreib dafür nichts mehr und präsentiere direkt ein paar Bilder aus Göteborg:

Wer bis hier hin durchgescrollt hat, hat sich auch noch was verdient :) In den skandinavischen Ländern ist der Alkohol recht teuer. Das günstigste Bier gabs bisher für 30 SEK (~3,50€), die Biere die man im Supermarkt kaufen kann, sind meist “nur” mit 3-4% Volumenalkohol versehen.
Warum das so ist, erschließt sich durch die Tatsache, dass der Alkoholkonsum staatlich reguliert wird. In jedem Land gibt es eine Behörde/Firma (in Schweden sogar als AG, wobei nur der Staat Schweden Aktien davon halten darf), die ein Monopol auf den Alkoholverkauf hat, zumindest ab einer bestimmten Prozentzahl (eben jene > 4%). In Schweden heißt der Laden Systembolaget (Ich hab ein Bild davon oben gemacht, allerdings nur von aussen). Man hat wohl früher (bis zum 19. Jahrhundert) hier gesoffen was ging. Dann wurde der Alkohol nicht komplett verboten, aber Rationisiert, d.h. jeder durfte nur eine bestimmte Menge Alkohol pro Monat kaufen. Wikipedia spricht hier von 3 Litern Schnaps pro Monat. Wenn man bedenkt, dass wir hier von Rationierung sprechen, kann man sich vorstellen, was früher gesoffen wurde (bei 3Litern kann man jeden Tag ein Glas (10cl) Schnaps trinken. Ich find das immernoch viel).
Naja, seit 1995 ist das alles bissle anders, da ist Schweden der EU beigetreten und der freie Handel weicht das ganze ein bißchen auf. Trotz allem ists schweineteuer.

Stockholm – jag älskar sverige

Es beginnt. Nach einem wunderschönen Jerusalemurlaub gehts nach einer kurzen Ruhepause direkt weiter ins schöne Skandinavien, angefangen bei Stockholm. Leider gibts keinen direkten Flieger von Stuttgart nach Stockholm, also bin ich dann letztendlich über Amsterdam geflogen. Spektakulär unspektakulär. In jedem Fall sticht der Israel-Flug mit Germanwings hier raus, da man für 10€ mehr Beinfreiheit kaufen konnte. Die hat mir jetzt tatsächlich gefehlt.

Angekommen am Flughafen in Stockholm war ich erstmal überfordert :) Wo bin ich, wer bin ich, gehts jetzt los, wo muss ich eigentlich hin? Nun, was macht der Touri? Genau, er geht in die Touriinfo. Dort war ein netter Mann, der macht das hauptberuflich und hat mir direkt den 99SEK Bus nach Stockholm aufgeschwätzt, inkl. 72h Karte für die U-Bahn (oder, die man in Stockholm sagt: Tunnelbahn. Herrlich). Und er hat mir auch gleich gesagt, wo ich aussteigen muss um zum Hostel zu kommen.

Zum Hostel kommen war dann unspektakulär. Im Bus gabs WLAN (super), dann die U-Bahn und dann noch ein Stückchen zu Fuss. Herrzlich willkommen in Zinkensdamm. Ich war fix und fertig, kein Plan warum, war gerade mal 21 Uhr. In jedem Fall ins Vierer-Zimmer reingestolpert, aha, nur ein Bett belegt. Und da pennt einer. Nunja, so leise wie möglich mein Zeugs im Dunkeln versucht zu verstauen, trotz allem hab ich ihn aufgeweckt. Direkt gute Vorstellung :)

“Hello”
“Hello”
“I’m Espen”
“Yes, I’m german .. aeehh, I meant my name is Matthias”
“so, german .. ahaa”

Nunja. Ab sofort stell ich mich immer mit “german” vor :) Und gerade mal 9 Stunden später stellt ich auch heraus, warum der gute Mann um 21:00 schon im Bett war: Er steht morgens um 6:00 auf. AAAHHHH .. und natürlich gibt er sich genau so Mühe ruhig zu sein, wie ich :) Gut, ich hab mich einfach nochmal rumgedreht und dann, nach 3 weiteren Stunden bin ich dann ab in die Stadt. Einmal Östermalm, zum Obversatorium, über Gamla Stam wieder zurück zum Hostel.

Zwischenzeitlich noch die nächsten drei Wochen verplant, erst Göteborg, dann Malm. Das war ein Akt, bis ich endlich die passenden Jugendherbergen rausgefunden habe insbesondere welche die auch noch freie Betten haben. Dann konnte ich aber beruhigt schlafen, da ja ein Bett für drei Wochen klar gemacht war :)

Zwischenzeitlich bekamen wir Nachwuchs. Neuer Zimmernachbar. Nett, Däne, gerade an seiner Masterarbeit. Total übermüdet. Geht um eine Basel Connection, die irgendwie über die Finanzmärkte der Welt regiert. 10 Länder, aus unerfindlichen Gründen ist Schweden eins davon. Er hat Interviews mit ein paar Chefs gemacht und war seit 20 Stunden wach/unterwegs. Er hat im Halbschlaf gerne von Englisch über Schwedisch zu Dänisch gewechselt und sich dann immer entschuldigt dafür :)

Abends dann noch auf ein Couchsurfing-Event (Johannes Bar, St. Eriksgatan 22, 112 39 Stockholm). Genau EIN Bier getrunken, kostete 30 SEK (~3,40€). Dabei Leena (Finnin), Kim Lee (Holländerin), dude (Schwede, arbeitet bei Johnson & Johnson, Konkurrent von BAYER) und noch eine. Die war bissle durch Wind. Wäre sie nicht dafür zu jung gewesen, hätte ich wetten können, die hat sich 1968 zuviel Hirn weggeraucht.

Am 6.7. ist schwedischer Nationalfeiertag. Zwar sind jede Menge Leute auf den Beinen, hier und da sieht man ne Flagge wehen und die ganzen königlichen Gebäude sind zu besichtigen, aber so spektatkulär ists dann auch nicht. Jede Menge Straßenmusikanten oder ganze Bands. Ein lecker Eis (Cafe Kakbrinken, Västerlanggatan 41, 111 29 Stockholm) gegessen, Straciatella, nochwas und Lakritze!

Weiter durch die Stadt gewandert und die Sonne genossen. Letztendlich dann auf Kastellholmen gelandet.

Freitag (7.7.) ging dann tatsächlich nicht viel. Ich bin auf der Södermalm herumgewandert (fast einmal drumrum) und hab dann bissle Buch gelesen an einem sehr be-joggt-ten Weg. Wahnsinn wieviele Leute da so unterwegs sind an einem Freitag nachmittag und Sonnensschein :) Ich hab mir gemütlich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Aus Versehen dann noch mitgekriegt, dass auf Norrmalm ein “Fress-Gässchen” stattfindet. Also die Pläne mir was zu essen zu kochen verworfen und dann einfach “original” Köttbullar mit Kartoffelbrei und Lingon (oder so Ähnlich) was letztendlich Preiselbeeren waren. Gut, wieder was gelernt :) Alles in allem wars lecker.

Nachdem ich mir gerade nochmal alle Bilder angeschaut habe, merke ich, dass ich ein paar Tage durcheinanderwerfe. Egal, merkt eh keiner :)

Kommentare

Da der letzte Nicht-Bot-Kommentar schon _jahre_ zurückliegt, habe ich einfach mal die Option “Benutzer müssen zum Kommentieren registriert und angemeldet sein” aktiviert. Hoffentlich werden jetzt die Spamkommentare (~50 pro Tag) weniger.