CheapSleep – Party!

UPDATE: Habe die Adresse des Clubs rausgefunden: Ravintola Stadin Tähti (Mäkelänkatu 2, 00500 Helsinki, close to Sturenkatu).

Die Auswahl des Hostels hat sich nicht besonders verändert über die Zeit. Während ich am Anfang über hihostels.com gesucht und gefunden habe, bin ich dann irgendwann einfach wild über hostelworld.com, hostelbookers.com oder einfach booking.com. Auch der Lonely Planet bietet für viele Städte eine kleine Übersicht (z.B. für Helsinki). Wie ich letztendlich auf das CheapSleep gekommen bin, weiß ich selbst nicht mehr. Die Hauptargumente waren: Ist erst knapp ein Jahr alt, liegt nahe dem Stadtkern und ist günstig.

Wie auch immer, erstmal mich ne Runde hingehauen (geschlafen hab ich übrigens ne Menge in den letzten Monaten. Schlafen ist einfach gut :)), dann direkt zwei schweizer Jungs kennengelernt und ein bissle geschwätzt. Dann waren noch zwei schweizer Mädels kennengelernt und dann wars klar, dass wir alle abends gemeinsam irgendwohin gehen.

Nach diversen Unsicherheiten wurde erstmal im Hostel der Schlachtplan vorbereitet. Das eine oder andere alkoholische Getränk wurde bereits probiert, man muss ja den lokalen Gepflogenheiten seine Ehrerbietung erweisen. Letztendlich hat dann Mike (eine schillernde Persönlichkeit: in Palästina geboren, hat eine äthiopische Frau (seine dritte), lebte für mehrere Jahre in Deutschland und ist inzwischen finnischer Staatsbürger. Und: er ist schwarz (oder wie man auch immer das politisch korrekt ausdrückt). Die BESTE Szene überhaupt war dann der Zeitpunkt, als er anfing sein Gespräch mit einem Finnen zu unterbrechen, um auf hebräisch mit einem Israelit zu beginnen. Wenn du einen schwarzen Finnen siehst, der hebräisch redet, dann wirfst du alle Vorurteile über Bord, die du jemals über oberflächliche Einschätzungen hattest) dann entschieden, wir gehen einfach ums Eck in eine kleine Disco. Wir, d.h. ca. 1000000000 Leute:

facebook

Nunja, auf gehts in die Disco. Ich hatte schon Angst, mir wird das nicht gefallen, weil mein Musikgeschmack ist … sagen wir mal … schwierig. Wenn ich die Musik nicht mag, werd ich schnell muffig und verbreite so eine passive Stimmung.

Die Musik war scheiße. Barbie Girl. Cotton Eye Joe, Captain Jack. Die 90er in ihrer schlimmsten Façon. Aber, was so ein Haufen an netter Leute ausmachen kann 🙂 Zusätzlich gabs einen Blackjack-Tisch. Einfach am Rand der Tanzfläche. Ein Konzept das ich in mehreren Bars in Helsinki als auch Stockholm erlebt habe. In jedem Fall hab ich mal 20€ investiert und nach ca. 15min war ich dann runter auf 1€. Mike, der zeitgleich anfangen hatte, hatte bereits 45€ zusammen (dh. Gewinn von 25€). Er hat dann einen schlauen Schritt gemacht und direkt seine 20€ Einsatz sich auszahlen lassen.

Ich hab also quasi alles was ich hatte gesetzt und hatte Glück, nach wieder 10min war ich auf 20€. Jetzt sollte man aufhören. Ich hab aber nochmal bis auf 27€ aufgestockt, nur um den unheimlichen Gewinn von 7€ direkt wieder zu verzocken. Immerhin kam ich so dann ohne Verlust aus der Sache raus, ganz im Gegensatz zu Mike, der seinen anfänglich schlauen Schritt wieder rückgängig machte und dann noch weitere 80€ investierte.

Nachdem ich also Glück im Spiel hatte, gings zurück auf die Tanzfläche. Wir hatten von denn 23240934 Leuten übrigens den Großteil am Eingang verloren, da man sowohl Eintritt zahlen musste (8€) als auch über 21 (oder 23?) sein musste. Umso besser für mich, ich bin ja alt und Großverdiener 🙂

Das Bier war übrigens vergleichsweise günstig, gerade mal 5€ für den halben Liter.

Um kurz vor drei haben die zwei Schweizerinnen den Entschluss gefasst aufzubrechen (der Rest war schon größtenteils verschwunden oder unauffindbar) um den Sonnenaufgang anzuschauen. Ich fand die Idee großartig und leerte schnell mein Bier. Voreillig, da eine der Damen noch eine rauchen musste. Glaub ich. Ist schon wieder eine Weile her, deswegen sind die Details verschwommen 🙂

Ich wollte die Wartezeit auf die Raucher sinnvoll verbringen, also hab ich mir noch ein Bier bestellt. Eine blonde Finnin hinter mir laberte mich an, ich hab erstmal kein Wort verstanden (zuerst ihr Finnisch nicht und dann ihr Englisch). Stellte sich raus, die wollte nur meine Tresenposition ausnutzen, so dass ich ihr Kippen kaufen kann (gabs an der Theke).

Als Dank hat sie mich dann auf einen finnischen Drink eingeladen. Schmeckte nach Alkohol und war irgendwie braun. Mehr war nicht zu erkennen. Wir haben uns dann noch sehr gut unterhalten (sie wollte dann eine rauchen, ich bin mit), zwischendurch kam noch ein andere Finne und die zwei haben dann versucht mir die finnische Sprache anhand einer Zigarettenschachtel beizubringen (Anm. d. Red: In Finnland ist alles offizielle sowohl finnisch als auch schwedisch bezeichnet, z.B. auch die „Rauchen gefährdet ihre Gesundheit“-Aufdrucke auf Zigarettenschachteln). Der Finne war aber rotzevoll, d.h. ein sinnvolles Gespräch war eher weniger zu führen. Zwischendrin entschied dann die Finnin, die übrigens irgendwas mit „Mikku“ hieß, es wäre Zeit zu gehen. Zwischendrin hat sie noch ihre Schuhe verloren.

Am nächsten Tag musste ich nochmal zurück um den Ort zu dokumentieren. Hier wäre die Discothek:

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Die war in der Nähe von diesem „Wahrzeichen“ (das hab ich in keinem Reiseführer gesehen). Wo genau diese Disco war, weiß ich auch nimmer, auf jeden Fall in Laufweite vom Hostel. Ich hab zwar mal Streetview bemüht, allerdings ist das ganz schön lästig alle Straßen abzulaufen. Und die Ähnlichkeitssuche von Google brachte auch keine Erkenntnisse.. Kaum ein, zwei Leute gefragt, schon ists klar wo der Club liegt:

Ravintola Stadin Tähti
Mäkelänkatu 2. 00500 Helsinki

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Tallinn

Ich gebe zu, Tallinn war mit Abstand (bis auf Stockholm) die schönste Stadt, das beste Hostel und, nicht zu verachten, auch die billigste Woche der ganzen Reise.

Das Hostel (auf Facebook) ist gemütlich, relativ sauber, Waschen ist umsonst (yeah \o/) und ein Frühstück war auch mit dabei (ok, Toast und Marmelade). Und zu welchem Preis? 10€. Genau. Pro Nacht. Dafür wird man in Schweden noch nicht mal zur Tür reingelassen.

Tallinn war eigentlich gar nicht geplant. Da man aber nur auf die Fähre springen muss und gerade mal zwei Stunden später schon vor Ort ist, dachte ich mir: Her mit. Läuft. Das Hostel ist in Laufweite zum Hafen (je nach Ortskenntnis zwischen 20 und 40 Minuten) und hat eine 24Stunden-Rezeption. Also bin ich dort einfach mal aufgeschlagen, wurde von einer jungen Dame begrüßt (jung heißt hier ~20) und durfte erstmal die kleine Führung mitmachen. Schlafsaal, Dusche, Toilette, Waschmaschine, Küche. Check. Ausserdem ist es Pflicht die Schuhe am Eingang auszuziehen, d.h. es kommt sofort ein Wohnzimmerfeeling auf. Apropos Wohnzimmer, dorts gibts ein paar Couchs .. Couches…. Sitzgelegenheiten und es lümmelten auch ein paar Leute schon rum. Ich hab erstmal nichts weiter gemacht, als einmal kurz in die Stadt zu gehen und abzuchecken was so alles in der Nähe ist.

First things first: In Schweden/Finnland hab ich in keinem Supermarkt RitterSport gesehen. Das hat mich arg verwundert, weil doch irgendwie diese Schokolade ÜBERALL zu finden ist. Nunja, in Tallinn wurde ich dann endlich erlöst:

rittersport

Tallinn besteht (soweit ich das erlaufen konnte) aus der Altstadt und dem Kruscht drumrum. Die Altstadt ist schön mittelalterlich, verwinkelt, mit Stadtmauern und Türmen. Richtig schön idyllisch. Der Rest drumrum .. ist eher mager. Viele verlassene Gebäude, alles sieht etwas kaputt aus, man fühlt sich teilweise in Tristesse der Sovietzeit versetzt.

Nunja, ich muss zugeben, von der Stadt habe ich relativ wenig gesehen. Meist war abends immer irgendwas (Billard, Abschiedsfeier, Karaokeversuche, Plattform) und dann wurds es .. nunja. Spät. Aber, jeder Abend war extrem viel Spaß 🙂

Irgendwie hat mich dann aber doch das schlechte Gewissen geplagt und am letzten Tag hab ich dann noch eine Stadtführung mitgemacht. Die Estländer sind ein gebeuteltes Volk, die haben quasi immer um ihre Unabhängigkeit gekämpft und wurden jedesmal neu besetzt. Allerdings haben sie auch erstaunlich viel gewaltfrei hinbekommen, insbesondere eine russische Besetzung Tallinns, die nur durch Gesang aufgehoben wurde (so erzählt man sich das). Anyhow, here are some pictures:

Ei luulo ole tiedon väärtti – Helsinki

Finnland. Ich habe mir tatsächlich den Großteil erspart und nur den Weihnachtsmann besucht und, natürlich, die Hauptstadt. Man muss dazu auch sagen, dass Finnland auch sehr wenig besiedelt ist. Es ist fast genau so groß wie Deutschland, hat aber nur 5,4 Millionen Einwohner (16 vs. 225 Einwohner pro qm²). Wenn man jetzt noch bedenkt dass ca 11% der Einwohner in Helsinki wohnen (bzw. fast 23% wenn man den Großraum Helsinki betrachtet), dann ist klar, wo die Party abgeht. Hier noch ein Bild:

P

Also, ab nach Helsinki. Von Rovianiemi aus bin ich mitm Nachtzug gen Süden und nach gerade mal 12 Stunden war ich dann um 9 Uhr morgens im sonnigen Helsinki. Ich bin ein paar Tage früher als geplant dort angekommen, weil ich mir Helsinki bereits vorher ein bißchen vertraut machen wollte, bevor meine Eltern mich besuchen kommen.

Während ich mich in Rovaniemi fast gar nicht mit der finnischen Sprache beschäftigt habe (erstens waren da kaum Leute, zweitens können die alle englisch), dachte ich mir in der Hauptstadt, da guggste mal was die Sprache so hergibt.

Finnisch ist nämlich super. Es gehört zu den finnugrischen Sprachen. Und die umfassen: Finnisch, Estnisch und Ungarisch. That’s it. Und ungarisch auch nur in ganz geringen Teilen. Wie auch immer, die Finnen machen es also den Nicht-Finnen nicht gerade leicht, wenn man deren Sprache lernen will 🙂 Es fängt damit an, dass die gleich 14 verschiedene Fälle haben, sich also nicht mit den vier Fällen begnügen, wie wir sie haben. Zusätzlich lassen sie das Geschlecht gleich noch weg. Mindestens im Estnischen (ich weiß nicht ob das im Finnischen auch so ist), gibts dann noch nicht mal das Sprachkonstrukt der Zukunft. Das heißt: „Ich werde die Stadt verlassen“ und „Ich verlasse die Stadt“ ist komplett identisch. Meist wird einfach noch ein Zeitwort mit reingebracht um es einfacher zu machen (-> „Morgen verlasse ich die Stadt“)

Auch toll ist es, dass es exakt drauf ankommt, ob ein Buchstabe ein langer oder kurzer Buchstabe ist, sonst wirds schnell falsch. Z.B. tuli (Feuer), tulli (Zoll) und Zuuli (Wind). Wer also dem Zoll ein bissle ins Feuer pusten will, sollte sich gewählt ausdrücken.

Ein weiteres Hinderniss ist dann noch die Tatsache, dass je nach Kontext an Worte dann verschiedene Suffixe angehängt werden. Je nachdem ob man aus dem Haus raus, rein, drauf, drunter geht, wird an das Wort Haus „talo“ einfach noch ein Suffix rangehängt. Die Wikipedia bringt als Beispiel:

taloissani „in meinen Häusern“ kann folgendermaßen zerlegt werden: talo („Haus“) + i(Plural) + ssa (Inessiv, „in“) + ni

Bla. Zu Helsinki. Helsinki hat viele Jugendstilelemente, aber auch einfach ein paar hässliche Ecken 🙂

Wie immer, bin ich erstmal ziellos durch die Stadt gestreunert. Natürlich musste ich erst noch ein Eis essen, das versteht sich von selbst. Irgendwie bin ich dann in einem Park gelandet. Irgendwie war ich aber einigermassen geplättet und hatte keine große Lust auf riesige Unternehmungen. Also hab ich mein ganzes Englisch zusammengerafft und bin ins Kino in den Film „Cloud Atlas“ gegangen.

Der Freitag war dann noch unspektakulärer. Aufgestanden, nach einer Waschmaschine gefragt, erfahren, dass das Hostel keine hat. Super. Aber gerade mal 10min entfernt solls einen Waschsalon geben. Also Sack und Pack geschultert und auf dahin. Aus Versehen zuerst in den falschen gelaufen, dass war eine professionell Reinigung, das wäre NOCH teurer geworden. Der gute Waschsalon hat nämlich 8 € für eine Wäsche genommen. ACHT. In Worten: A C H T. Und da war das Pulver noch nicht mal mit drin. Wenn man dann noch trockene Kleidung haben will, dann darf man gerade nochmal 3 € extra berappen. Für 11 € war das ein sehr langweiliges Programm.

Der Abend verlief dann aber hervorragend, ich bin ins Irish Pub (empfohlen vom einem „like a local guide“ (nicht diesem hier, ein anderer). Um 21 Uhr war ich da, in Erwartung auf die tägliche Dosis Livemusik die dort gespielt werden soll.

Gut, dass die erst um 22:30 anfangen, das hat mir keiner gesagt. Also 6,80€ in ein Guiness investiert und gewartet. Das Publikum war mir eher suspekt, entweder Senioren, Rocker oder (russische) Matrosen. Um halb elf bin ich dann ins obere Stockwerk gewackelt, da war die Bühne. Als waschechter Deutscher muss sowas natürlich pünktlich anfangen. Um 22:40 wurde ich dann schon nervös, man hat ja schon sein Bier leer, wer weiß ob sich ein Neues lohnt?!

Endlich fing die Band an. Es war eine Coverband, die so ziemlich jeden Song der älter als 15 Jahre war anspielte und ordentlich Stimmung verbreitete. Ich hab mich mit meinem Sitznachbar angefreundet (Kategorie: Biker) und über Autos, Benzin und die Weltwirtschaft diskutiert. Seine Freundin hat ihn ab und an wieder auf den Boden der Tatsachen geholt, ein bißchen zuviel Alkohol war da wohl im Spiel 🙂

Dann sind die verschwunden und es kam eine neue Dame an den Tisch. Die begrüßte mich mit „woah, finally an older guy“.  Ahja. Hauptsächlich hat sie auf einen Haufen Frischstudenten angespielt, der das halbe obere Stockwerk in Anspruch genommen hatte. Als alter Sack enttarnt haben wir uns gut bis um drei unterhalten und ich hab noch 1-2 Tipps für Tallinn mitgenommen. Quasi an diesem Abend ist die Entscheidung gefallen, dass ich einen kurzen Trip auf die andere Seite der Ostsee unternehmen werde. Auf die Frage nach ihrer Facebook-ID wurde ich mit der finnisches Art und Weise mit Menschen umzugehen konfrontiert: brutal honesty. Die Antwort war: „why? we will never see us again?“. Ok. Dann nicht.

Da WordPress nur erlaubt, dass ich eine Gallerie pro Eintrag mach, gibts jetzt einfach nen Haufen Einträge. Forms follows function, oder so ähnlich. Next stops (Links werden nach und nach hinzugefügt):

  1. Tall Ships‘ Races
  2. CheapSleep – Party!
  3. Kiasma – Zeitgenössische Kunst
  4. Helsinki – Streifzug durch die Stadt
  5. Suomenlinna
  6. Helsinki Zoo

Stockholm – Vasa Museum

Ein kleiner chronologischer Vorgriff, eigentlich fehlen noch zwei Städte (Helsinki und Tallinn). Aber, weil ich das heute einfach besonders gut fand, muss ich die Gedanken schnell zu (elektronischem) Papier bringen, sonst weiß ich nimmer wie das war 🙂

Zur Geschichte: Kurz vor dem dreißigjährigem Krieg dachte sich der schwedische König, so ein dickes schönes Schiff, dass wäre doch was. Gesagt getan, das Schiff „Vasa“ wurde mit ein paar anderen, in Auftrag gegeben.

In der Wikipedia steht noch zusätzlich, dass das Schiff zuerst nur mit einem Kanonendeck geplant war, dann aber auf zwei erweitert wurde, was eher ungewöhnlich war zu dieser Zeit. In jedem Fall, war das Schiff ein ganz schöner Brocken. Problematisch war nur die Tatsache, dass damals ohne Blaupausen gearbeitet wurde, und nur mündlich vom Konstrukteur mitgeteilt wurde, wie genau was wohin kommen soll. Geholfen hat dann auch nicht, dass der Konstrukteur verstorben ist, bevor das Schiff fertig wurde, und somit all die Pläne in seinem Kopf mit ins Grab nahm. Den Auftrag zu Ende führen durfte dann der Azubi.

Grundsätzlich kann man sich alleine anhand der Proportionen des Schiffs klarmachen, warum das zum Scheitern verurteilt war: Das Schiff ist 12m breit, 61m lang und der Heckbereich war 19m (!) hoch. Hier ein Querschnitt:

Die Wasserlinie verläuft ungefähr auf Höhe der Kombüse (mittig im Schiff, mit „Kabyss“ beschriftet). Wie man erahnen kann, ist so ein Schiff nicht gerade gefeit vorm dem Kippen. Um das zu verhindern werden im Schiffsbau einfach schwere Kiele unter das Schiff gepackt. Im Fall der Vasa waren es einfach sehr viele Steine.

Aber, das alles hilft nichts, wenn der Schwerpunkt der Vasa einfach viel zu hoch ist, weil irgendjemand[tm] ganz dringend seine Features haben wollte und zwar zu einem in Stein gemeißelten Termin (an solchen Auftraggebern hat sich bis heute nichts geändert :)).

Nun, nach gerade mal 1,5 km (20-30min) kam die erste Windböhe und warf das Schiff auf die Seite. Da die Luken für die Kanonen alle offen waren, kam hier schon der größte Anteil an Wasser ins Boot.

Kurzes Intermezzo zur internationalen Zusammenarbeit: Die Holländer waren damals die besten Schiffsbauer. Deswegen war auch knapp die Hälfte der Bootsbauer Holländer. Die andere Hälfte waren Schweden. Nun, können die Schweden kein Holländisch und die Holländer keine Schwedisch. Also kam man auf die brilliante Idee, dass die Holländer einfach die Backbordseite des Schiffs übernehmen und die Schweden die Steuerbordseite.

Das hätte vermutlich sogar exzellent geklappt, gäbe es da nicht einen minimalen Unterschied zwischen dem schwedischen Zoll (hier ist das Längenmaß gemeint) und dem holländischen Zoll. Für ein normal gebautes Schiff hätte dieser Unterschied vermutlich nichts ausgemacht, aber, für ein Schiff, das bereits auf der Seite liegt, das Wasser fließt über die Kanonenluken in Massen in das Boot, hilft es nicht, wenn dann noch eine Seite des Schiffs schwerer ist als die andere und somit das Boot erst recht unter Wasser drückt.

Also sank die Vasa. Auf ihrer Jungfernfahrt. Und es war noch nicht mal ein Eisberg von Nöten.

Die Art und Weise wie das Schiff geborgen wurde, bzw. restauriert ist auch sehr spannend, da verweise ich aber einfach mal auf den Wikipediaartikel, der kann das viel schöner erklären 🙂 hier noch ein paar Bilder von drinnen. Leider alle etwas lichtschwach, zum Erhalt des Bootes läuft da einerseits eine Klimaanlage auf Blitzkrieg, andererseits ist aber auch alles sehr düster.

GLBT pride parade

So, you wake up in the middle of the day, it’s freakingly hot (30°C, that’s like the highest number i’ve seen the last couple of weeks), you prepare yourself to get some clothes washed, get some shopping done for the lunch, and then, suddenly:

Gay, Lesbian, Bi, Transgender pride parade.

How awesome is this 🙂 Because my hostel is nearby the beginning of the parade, I could watch all the different kind of wagons, busses, cars without having to wait for hours in that insanely head, that is … well …. hot.

stockholm.prideparadthis map is stolen shamelessly stolen from the first google hit i got, so here a some of my pictures:

 

Morgonstund har guld i mund – Rovaniemi

Ein erneuter Besuch am Polarkreis, diesmal aber auf finnischer Seite. Ich habe im Hostel „Santa Claus – Rudolf Hostel“ genächtigt, das ist ein umgebautes Hotel, d.h. ich hatte ein Doppelzimmer mit Fernseher und eigenem Bad. Was ein Luxus. Dafür war die „Küche“ eher bescheiden:

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Die Leidensgeschichte der ersten Tage bezüglich des Wetters unterlasse ich einfach mal und erzähle von den zwei Highlights:

Husky-Farm
Während die Norweger das als ihren Nationalsport ansehen, wird in Finnland das eher als „nett“ oder „für Touristen“ angesehen. Also genau das richtige für mich Tourist. Ich wurde direkt am Hostel abgeholt, vom Sohn des Besitzers der Farm. Wir haben uns dann kurz ausgetauscht, hauptsächlich durfte ich von meiner bisherigen Reise berichten und ihn in Staunen versetzen und diverse neidvolle Blicke ernten. So muss das sein!

Er war allerdings auch erst 18, d.h. er hat noch massig Zeit 🙂 In jedem Fall muss er jetzt erstmal zum Militär (Wehrpflicht und so) und dann wollte er erstmal ein bißchen in die Fußstapfen seines Vaters treten.

Der ist nämlich einer der bekannteren finnischen Husky-Rennfahrer für Langstreckenrennen. Das schlimmste ist wohl der Finnmarksløpet, ein Rennen über 1000km, das ungefährt 5 Tage dauert. Zusätzlich ist es auch das nördlichste, das natürlich die Wetterverhältnisse sehr prägt.
So wie das geschildert wurde, schläft der Hundeführe so max 5-6 Stunden in der ganzen Woche, während es den Hunden echt prima geht. Die dürfen Rennen, an den Stationen gibts massig Futter und Liegefelder mit Stroh und Decken, damit die Muskeln warm bleiben und eine Untersuchung durch den Tierarzt ist an jeder Station Pflicht. Während die Menschen sich also total verausgaben und sich um alles kümmern, ausser um sich selbst, ist das für die Hunde das reinste Paradies.

Man sollte dazu sagen, Huskies liegt es im Blut zu rennen. Das mag natürlich durch Züchtung noch verstärkt worden sein, aber man kann es den Hunden echt ansehen, wie gierig die drauf sind endlich rennen zu dürfen.

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Im Sommer ists mit Schnee eher mau, deswegen wurde eine Art Cabrio-Golfwagen vor 14 Hunde gespannt. Zusätzlich gabs nur 4 Runden a 1 km, weil sich die Hunde bei knapp 20°C viel zu sehr aufheizen. Die fühlen sich halt eher bei -20°C wohl.

Die Ein-Kilometer-Runde war jetzt eher unspektakulär, ich mein, man sitzt halt da, vorne sitzt der Hundeführer und es geht im Kreis. Unspannend. Dafür darf man danach die Hunde streicheln, mit Wasser ausstatten und natürlich jede Menge Fotos machen.

Glücklicherweise gabs gerade auch Nachwuchs, zwei Hündinnen hatten jeweils ein halbes Dutzen Welpen geworfen und die waren zwischen 4 und 6 Wochen alt.
Ein Wurf war schneeweiß, der andere fernsehtypisch schwarz/weiss mit blauen Augen. Und damit ich auch einen pädagogischen Erfolg mit dem Post hab: Die meisten Huskies haben braune Augen, wie normalerweise alle Hunde. Gerade mal ein Drittel der Huskies haben nicht-braune Augen, wobei sich dass dann nochmal verteilt auf blaue Augen und jeweils verschiedene Augen.

Nachdem sich die Gruppe an den Welpen zu Tode ergötzt hatte, gabs noch einen Film über die Langstreckenrennen.

Santa Claus
Die offiziele Residenz vom Weihnachtsmann. Da muss man natürlich hin. Ich fands aber einigermassen enttäuschend, war hauptsächlich eine Touristenfalle und (natürlich) eher für Kinder gedacht. So ein Kack. Dabei will ich doch gar nicht alt werden. Das war bereits im Streichelzoo so, ich war als einziger Nicht-Elter da drin. Scheiß drauf 🙂
Ausserdem ists echt komisch, wenn im Juni die ganze Zeit Weihnachtsmusik dudelt und alles aussieht, als fehlt nur noch der Schnee. Herrlich kitschig, beim nächsten Mal muss ich dann jemand mitnehmen der auch ein kindisches Gemüt hat. David oder so 🙂 Immerhin durfte ich Klein-Rudolf streicheln 😉

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Immerhin hatte ich somit auch die finnische Seite des Polarkreises abgehakt und das Artikum (Museum über die Arktis bzw. den Lebensraum Polarkreis) ist sehr empfehlenswert. Ansonsten ist man auch mit 2 Tagen ganz gut bedient. Für meine nächste Reise durch die Pampa muss ich mir also merken: Kürzer ist besser. Zumindest für Kleinstädte.

Weil ich in Schweden schon jede Menge Landschaft gesehen hatte und ich endlich mal wieder mehr als nur deutsche Senioren sehen wollte, gings direkt mit dem Nachtzug nach Helsinki. Abends um 21 Uhr einsteigen, morgens um 9 aussteigen. Mit dem gewählten Weg waren das immerhin deutlich über 900km. In Helsinki angekommen, durfte ich dann direkt mich in den Trubel werfen. Dazu dann aber mehr im nächsten Beitrag.

Kinokritik: Cloud Atlas

Gerade lümmel ich in Helsinki rum und vorgestern abend hatte ich Zeit. Allerdings war ich unmotiviert irgendwas größeres zu unternehmen, geschweige denn mir für Donnerstag Abend was zu suchen.

Also, im Kino war ich schon ne ganze Weile nicht mehr, grad noch ein Grund mehr da was nachzuholen. Die Wahl war zwischen „The Great Gatsby“, „The Lone Ranger“ und „Cloud Atlas“.

Lone Ranger hab ich gleich aussortiert, die Kritiken sagen alle, dass der Film nicht besonders ist. Und irgendwie mag ich gerade auch Johnny Depp nicht. Zwischen Gatsby und Atlas wars ein Kopf-an-Kopf-Rennen, gewonnen hat dann Cloud, weil ich bei Gatsby schon das Buch gelesen hatte 🙂

Alles in allem ist der Film ganz schön lang. Und ganz schön durcheinander. Ich schieb es einfach mal darauf, dass ich müde war, dass ich teilweise echt nicht mehr folgen konnte. Beeindruckend war aber auf jeden Fall, wie z.B. Tom Hanks in diversen Rollen komplett unterschiedlich rüber kam, quasi zum ersten Mal hab ich einen Schauspieler gesehen, der auch mehrere Rollen gespielt hat. Meist werden die Schauspieler immer in dieselben Rollen geworfen, diesmal durften alle zeigen was sie so können. Besonders gut fand ich den Teil der Geschichte der in 2012 stattfand, als Cavendish im Altersheim versucht zu fliehen und Soylent Green spoilert 🙂

Ich würde dem Film eher so eine 7 (von 10) geben, weil da doch arg viel Geschichte untergebracht wird. Hier wäre ein Mehrteiler mal eher angebracht 🙂

Gammal i skinnet men ung i sinnet – Luleå

Luleå ist die größte Stadt in Norbotten. Nachdem in Jokkmokk eher tote Hose war, hab ich mich doch sehr darauf gefreut mal wieder unter die Leute zu kommen. Leider wars das komplette Gegenteil.

Die Jugendherberge liegt etwas ausserhalb (ca. 1h zu Fuß in die Innenstadt). Der örtliche Nahverkehr ist vorhanden und EIGENTLICH nicht schlecht, von der Jugendherberge fährt aber nur eine Line, einmal die Stunde und am Wochenende sogar nur zwischen 10 und 17 Uhr. Herrlich. Und weil ich grundsätzlich faul bin, hab ich mich dann meist anhand des Wetters entschieden ob ich in die Stadt fahre oder die Gesellschaft der polnischen Mitgäste genieße.

Die Jugendherberge war dann auch noch super hässlich. Alles wirkte kaputt und alt, obwohl gefühlt nur 5 Gäste da waren (in einem Haus mit 25 Zimmern auf drei Stockwerken und Platz für 150 Leute) waren die ganzen Kühlschränke vollgestopft mit Essen. Einer hatte sogar 45 Liter Milch drin. Kein Plan was da los war.

Zur weitern Freude habe ich im untersten Stockwerk gelebt, das den Charme eines Heizungskeller hat. Die Decke gerade so hoch, dass ich nicht dranstoße, die Kellerfenster ungefähr DIN A3 groß, der lokale Kühlschrankhaufen (drei Riesenkühlschränke, zwei davon verschlossen) brummte vor sich hin und die Küche im Keller war … eklig.

Gut dass ich eh die Küche im ersten Stock nutzen sollte. Nunja, das Personal ist zwischen 10 und 12 Uhr anwesend. Vormittags. Sonst per Telefon erreichbar, ist natürlich super für mich Roamingopfer.

Insbesondere die Tatsache dass ich erst spät abends ankam und mir kein Pincode für die Tür mitgeteilt wurde. Also anrufen, einen verstörten Schweden am anderen Ende, nach dem PIN gefragt, Gespräch plötzlich zu Ende. Ich dachte: „naja, der wird bestimmt gleich auftauchen und die Checkin-Prozedur mit mir durchführen“.

Denkste.

Nach 30 Minuten hab ich nochmal angerufen, diesmal ein normaler Schwede am Telefon. Innerhalb von einer Minute war ich drin, hatte den Schlüssel zum Zimmer in der Hand und meine müden Füsse hochgelegt. Geht doch.

In dem 5-Bett-Zimmer hatte ich erstmal meine Ruhe. Laut dem Kollegen am Telefon sollte das auch noch zwei Tage so bleiben (ich hatte vor insgesamt 7 Tage dort zu bleiben). Nunja.

Es kam übrigens keiner mehr. Die ganze Woche war ich alleine. Und die Hälfte hats geregnet. Und die andere Hälfte hatte ich totale Unlust mich auch nur annähernd nach draussen zu bewegen. Oder der Bus war gerade weg. Oder er fuhr erst gar nicht mehr. Gna. Ausserdem ist Luleå, trotz der 46.000 Einwohner ein Kaff. Warum auch immer ich sieben Tage eingeplant hatte.

Letzendlich lässt sich meine Zeit in Luleå in vier Einzelaspekte einteilen:

Luleå selbst
Will ich gar nicht viel zu verlieren. Ein idyllisches Städtchen, direkt am Wasser gelegen, mit ein paar netten Ecken.

Gammelstad (altes Luleå)
Früher lag Luleå weiter im Nordwesten. Da aber der Wasserstand der Ostsee sich gesenkt hatte, war der Hafen von Gammelstad (wortwörtlich: „Altstadt“) einfach kein Hafen mehr. Ohne Wasser geht da nicht viel. Deswegen wurde die eigentliche Stadt wieder ans Wasser verlegt.

Gammelstad ist UNESCO-Weltkulturerbe. Der geneigte Leser darf sich hier einfach den Wikipedia-Artikel durchlesen. Man darf sich das genau so vorstellen wie die Bilder es suggerieren: kitschig 🙂 Ich hatte dann noch das Glück einer Führung beizuwohnen, die anhand einer Geschichte simuliert hat wie das Leben früher so war. Ich hab leider kein Wort verstanden, war alles in Schwedisch, es ging aber wohl um einen Dieb, der wurde gefangen und dann im Rathaus von der Gemeinde verurteilt. Glaub ich 🙂

Archipelago (~1300 Inseln)
Nun, ich habe ja schon was dazu geschrieben, zumindest zum Restaurant. Letztendlich hab ich mir einfach ein Ticket für die Fähre gekauft, bin auf eine der größeren Inseln (Klubbviken) und habe dort einfach den ganzen Tag am Strand gelegen und die Sonne genossen 🙂 Das war erstaunlich gut getimed 🙂

Rumlümmeln in der Herberge
Jap. Hauptsächlich surfen, Lesen und Kochen. Einmal sogar EDV, da der UMTS-Stick des polnischen Hausmitbewohners nicht wollte. Leider kann ich kein polnisch, somit ist das debuggen unter Windows noch viel schwerer 🙂 Hiervon gibts keine Bilder. Man mags kaum glauben.