Planlos durch New York

Der erste Tag in New York war, so wie eigentlich alle Tage, ungeplant und irgendwie in Manhatten. Wir sind erstmal rein, zum Times Square und von da an unkontrolliert Richtung Süden. Verpflichtend waren der Besuch bei Starbucks (oder wie Giannas Freund gerne sagt: „fivebucks, because you won’t get out without paying at least five bucks“) und natürlich Dunkin‘ Donuts. Die sind tatsächlich hervorragend gut. Natürlich bestehen die zu 150% aus Zucker, aber das macht sie nur noch leckerer 🙂

Auf dem Weg Richtung Süden hab ich dann vorgeschlagen, wir könnten mal im Kino vorbeischauen, ob wir noch Doctor Who Karten kriegen (Doctor Who hatte sein 50jähriges Jubiläum und es wurde weltweit eine Sonderfolge ausgestrahlt). Also sind wir einfach in Richtung des Kinos das ich ausgesucht hatte. Dabei sind wir am Union Square auf sowas wie einen Weihnachtsmarkt gestoßen.

Nach einem professionellen Fotografengespräch über Belichtung, Blende, Streetphotography und Kamerasensoren (also, profimässig vom Hee Tatt, staunend und ohne Ahnung von mir) gings dann weiter. Leider hatte das Kino keine Karten mehr (Ausverkauft, wer konnte sowas ahnen) und die anderen Kinos in der Nähe haben den Film erst gar nicht im Programm.

Nunja, dann halt wieder zurück in den Norden, auf zu Macy’s, dem wahrscheinlich größten Store in Manhattan. Insgesamt nimmt der gute zwei Blocks ein. Vom Prinzip her zu vergleichen mit einem Karstadt, nur ungefährt 10x so groß.

Dann gings wieder zurück zum Times Square um den 100000 Touristenfallen entgegen zu laufen. Irgendwann gabs dann doch wieder ein Rumoren in der Magengegend und wir haben uns für Applebee’s entschieden. Erstaunlich gute Qualität zu einigermassen ordentlichen Preisen (für Manhattan).

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Danach war dann nimmer viel und wir sind wieder Richtung Heimat gewankt. Allerdings gabs dabei noch ein Filmteam das wir abgegriffen haben. Bald sind wir also in einer Comedy Central Produktion zu sehen 🙂

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Gravity

Gravity soll ein echt guter Film sein. IMDB sagt 8.7 (!!!), rotten tomatoes sagt 98% (respektive 89%). Also, auf in die Schauburg und ab in den Film. Donnerstags um 23 Uhr ist die Schauburg tatsächlich relativ leer.

Der Film selber ist .. .hmm … also, die Bilder sind super. Die Reflexionen in den Goldfischgläsern der Astronautenhelme sind nett, die Kameraführung ist bombastisch und die Musik passt jedesmal. Auch die Tatsache, dass es im Weltraum keine Schallübertragung gibt (nagut, ein bißchen schon), wird ab und an schön inszeniert.

Die Story ist aber .. *gähn* der Film zieht sich dann doch etwas in die Länge und manche Szenen sind dann doch sehr gequält episch. Die gute Frau Bullock z.B. rollt sich in Embrionalstellung zusammen und rotiert ein bissle in der Schwerelosigkeit der Raumstation .. puuh, danke, Schnitt.

Clooney-Schorsch trägt den witzigen Part bei und ist leider viel zu wenig beteilgt. Am Ende (SPOILERALERT) bei der Landung im Wasser wird dann auch noch kurz eine „Hilfe, Hilfe, ich ertrinke noch, nachdem ich den Weltraum, den Wiedereintritt und den Aufschlaf aufm Wasser überlebt hab“. Und dann eine bescheuerte Kolossos-Einstellung der Kamera (so von Bodennähe fast senkrecht an Sandra entlang) mit pompöser-szenischer Hymne. Hachja.

Ich geb dem Film allerhöchstens eine 6, wenn man furchtbar nett sein will ne 6,5. Das ein Film zum HD angeben, den kann man einfach ohne Ton im Hintergrund laufen lassen.

Kinokritik: Cloud Atlas

Gerade lümmel ich in Helsinki rum und vorgestern abend hatte ich Zeit. Allerdings war ich unmotiviert irgendwas größeres zu unternehmen, geschweige denn mir für Donnerstag Abend was zu suchen.

Also, im Kino war ich schon ne ganze Weile nicht mehr, grad noch ein Grund mehr da was nachzuholen. Die Wahl war zwischen „The Great Gatsby“, „The Lone Ranger“ und „Cloud Atlas“.

Lone Ranger hab ich gleich aussortiert, die Kritiken sagen alle, dass der Film nicht besonders ist. Und irgendwie mag ich gerade auch Johnny Depp nicht. Zwischen Gatsby und Atlas wars ein Kopf-an-Kopf-Rennen, gewonnen hat dann Cloud, weil ich bei Gatsby schon das Buch gelesen hatte 🙂

Alles in allem ist der Film ganz schön lang. Und ganz schön durcheinander. Ich schieb es einfach mal darauf, dass ich müde war, dass ich teilweise echt nicht mehr folgen konnte. Beeindruckend war aber auf jeden Fall, wie z.B. Tom Hanks in diversen Rollen komplett unterschiedlich rüber kam, quasi zum ersten Mal hab ich einen Schauspieler gesehen, der auch mehrere Rollen gespielt hat. Meist werden die Schauspieler immer in dieselben Rollen geworfen, diesmal durften alle zeigen was sie so können. Besonders gut fand ich den Teil der Geschichte der in 2012 stattfand, als Cavendish im Altersheim versucht zu fliehen und Soylent Green spoilert 🙂

Ich würde dem Film eher so eine 7 (von 10) geben, weil da doch arg viel Geschichte untergebracht wird. Hier wäre ein Mehrteiler mal eher angebracht 🙂

Süßigkeiten

Nur ein kleiner Beitrag. Hier gibts an jeder Ecke einen Süßigkeitenladen. Oder im Supermarkt. Oder … am Bahnhof. Echt schlimm. Im Prinzip geht man da rein, schnappt sich ne Tüte und kauft für 79SEK/Kilo (9€) einfach ein. Egal was. Schlaraffenland. Kilogrammweise Lakritze!
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Göteborg [??øt??b?rj]

ACHTUNG, JETZT KOMMT EIN BISSLE GESCHICHTE:

Das meiste hab ich direkt aus der Wikipedia geklaut, aber bisher hat Wissen noch niemandem geschadet 🙂

Göteborg, gebaut im 17. Jahrhundert als Hafen in den Atlantik (alle anderen Häfen gingen in die Ostsee und die Ostsee wurde damals noch von den Dänen kontrolliert), hatte es den großen Vorteil, das der Hafen ganzjährig eisfrei ist (im Gegensatz z.B. zu Stockholm, wo es gut und gern einfach mal -30°C im Winter haben kann).

Im 18. Jahrhundert wuchs es dann zur Handelsstatt sondergleichen auf, einerseits durch die schwedische Ostindienkompanie, als auch durch die Handelsblockade von Napoleon, der nach Trafalgar etwas pampig meinte, mit den Briten darf keiner mehr spielen .. äh handeln. So hat London einfach regen Austausch mit Göteborg gehabt und beide haben davon enorm profitiert.

Nachdem Napoleons Blockade im 19. Jahrhundert Geschichte wurde, brach auch der Handel zusammen. Allerdings hat man einfach aufs Bankenwesen umgesattelt und das Geschäft florierte gut. Im 20. Jahrhundert war dann die Textilindustrie tonangebend. Insbesondere Gamlestadens Fabrikers ist hier hervorzuheben. Nachdem die Fabriken auf lehmhaltigen Boden gebaut worden sind, gabs ab und an Risse in den Böden und das führte dazu, dass die Kugellager in den Webstühlen schief abgenutzt wurden. Aber, dem Ingenieur sei dank, gabs eine geniale Erfindung, nämlich das Pendelkugellager. Dafür wurde dann flugs eine eigene Firma aufgemacht (AB Svenska Kullagerfabriken, abgekürzt SKF) die dann später letztendlich auch für die bekannte Automarke Volvo zuständig war.

Für das 21. Jahrhundert schreib ich nix, den einen Satz kann man auch in der Wikipedia nachlesen. Sehr gut fand ich nur noch den Spruch:

In Göteborg schreibt man keine Gedichte; man schreibt Rechnungen.

Ich schreib dafür nichts mehr und präsentiere direkt ein paar Bilder aus Göteborg:

Wer bis hier hin durchgescrollt hat, hat sich auch noch was verdient 🙂 In den skandinavischen Ländern ist der Alkohol recht teuer. Das günstigste Bier gabs bisher für 30 SEK (~3,50€), die Biere die man im Supermarkt kaufen kann, sind meist „nur“ mit 3-4% Volumenalkohol versehen.
Warum das so ist, erschließt sich durch die Tatsache, dass der Alkoholkonsum staatlich reguliert wird. In jedem Land gibt es eine Behörde/Firma (in Schweden sogar als AG, wobei nur der Staat Schweden Aktien davon halten darf), die ein Monopol auf den Alkoholverkauf hat, zumindest ab einer bestimmten Prozentzahl (eben jene > 4%). In Schweden heißt der Laden Systembolaget (Ich hab ein Bild davon oben gemacht, allerdings nur von aussen). Man hat wohl früher (bis zum 19. Jahrhundert) hier gesoffen was ging. Dann wurde der Alkohol nicht komplett verboten, aber Rationisiert, d.h. jeder durfte nur eine bestimmte Menge Alkohol pro Monat kaufen. Wikipedia spricht hier von 3 Litern Schnaps pro Monat. Wenn man bedenkt, dass wir hier von Rationierung sprechen, kann man sich vorstellen, was früher gesoffen wurde (bei 3Litern kann man jeden Tag ein Glas (10cl) Schnaps trinken. Ich find das immernoch viel).
Naja, seit 1995 ist das alles bissle anders, da ist Schweden der EU beigetreten und der freie Handel weicht das ganze ein bißchen auf. Trotz allem ists schweineteuer.

Stockholm – jag älskar sverige

Es beginnt. Nach einem wunderschönen Jerusalemurlaub gehts nach einer kurzen Ruhepause direkt weiter ins schöne Skandinavien, angefangen bei Stockholm. Leider gibts keinen direkten Flieger von Stuttgart nach Stockholm, also bin ich dann letztendlich über Amsterdam geflogen. Spektakulär unspektakulär. In jedem Fall sticht der Israel-Flug mit Germanwings hier raus, da man für 10€ mehr Beinfreiheit kaufen konnte. Die hat mir jetzt tatsächlich gefehlt.

Angekommen am Flughafen in Stockholm war ich erstmal überfordert 🙂 Wo bin ich, wer bin ich, gehts jetzt los, wo muss ich eigentlich hin? Nun, was macht der Touri? Genau, er geht in die Touriinfo. Dort war ein netter Mann, der macht das hauptberuflich und hat mir direkt den 99SEK Bus nach Stockholm aufgeschwätzt, inkl. 72h Karte für die U-Bahn (oder, die man in Stockholm sagt: Tunnelbahn. Herrlich). Und er hat mir auch gleich gesagt, wo ich aussteigen muss um zum Hostel zu kommen.

Zum Hostel kommen war dann unspektakulär. Im Bus gabs WLAN (super), dann die U-Bahn und dann noch ein Stückchen zu Fuss. Herrzlich willkommen in Zinkensdamm. Ich war fix und fertig, kein Plan warum, war gerade mal 21 Uhr. In jedem Fall ins Vierer-Zimmer reingestolpert, aha, nur ein Bett belegt. Und da pennt einer. Nunja, so leise wie möglich mein Zeugs im Dunkeln versucht zu verstauen, trotz allem hab ich ihn aufgeweckt. Direkt gute Vorstellung 🙂

„Hello“
„Hello“
„I’m Espen“
„Yes, I’m german .. aeehh, I meant my name is Matthias“
„so, german .. ahaa“

Nunja. Ab sofort stell ich mich immer mit „german“ vor 🙂 Und gerade mal 9 Stunden später stellt ich auch heraus, warum der gute Mann um 21:00 schon im Bett war: Er steht morgens um 6:00 auf. AAAHHHH .. und natürlich gibt er sich genau so Mühe ruhig zu sein, wie ich 🙂 Gut, ich hab mich einfach nochmal rumgedreht und dann, nach 3 weiteren Stunden bin ich dann ab in die Stadt. Einmal Östermalm, zum Obversatorium, über Gamla Stam wieder zurück zum Hostel.

Zwischenzeitlich noch die nächsten drei Wochen verplant, erst Göteborg, dann Malm. Das war ein Akt, bis ich endlich die passenden Jugendherbergen rausgefunden habe insbesondere welche die auch noch freie Betten haben. Dann konnte ich aber beruhigt schlafen, da ja ein Bett für drei Wochen klar gemacht war 🙂

Zwischenzeitlich bekamen wir Nachwuchs. Neuer Zimmernachbar. Nett, Däne, gerade an seiner Masterarbeit. Total übermüdet. Geht um eine Basel Connection, die irgendwie über die Finanzmärkte der Welt regiert. 10 Länder, aus unerfindlichen Gründen ist Schweden eins davon. Er hat Interviews mit ein paar Chefs gemacht und war seit 20 Stunden wach/unterwegs. Er hat im Halbschlaf gerne von Englisch über Schwedisch zu Dänisch gewechselt und sich dann immer entschuldigt dafür 🙂

Abends dann noch auf ein Couchsurfing-Event (Johannes Bar, St. Eriksgatan 22, 112 39 Stockholm). Genau EIN Bier getrunken, kostete 30 SEK (~3,40€). Dabei Leena (Finnin), Kim Lee (Holländerin), dude (Schwede, arbeitet bei Johnson & Johnson, Konkurrent von BAYER) und noch eine. Die war bissle durch Wind. Wäre sie nicht dafür zu jung gewesen, hätte ich wetten können, die hat sich 1968 zuviel Hirn weggeraucht.

Am 6.7. ist schwedischer Nationalfeiertag. Zwar sind jede Menge Leute auf den Beinen, hier und da sieht man ne Flagge wehen und die ganzen königlichen Gebäude sind zu besichtigen, aber so spektatkulär ists dann auch nicht. Jede Menge Straßenmusikanten oder ganze Bands. Ein lecker Eis (Cafe Kakbrinken, Västerlanggatan 41, 111 29 Stockholm) gegessen, Straciatella, nochwas und Lakritze!

Weiter durch die Stadt gewandert und die Sonne genossen. Letztendlich dann auf Kastellholmen gelandet.

Freitag (7.7.) ging dann tatsächlich nicht viel. Ich bin auf der Södermalm herumgewandert (fast einmal drumrum) und hab dann bissle Buch gelesen an einem sehr be-joggt-ten Weg. Wahnsinn wieviele Leute da so unterwegs sind an einem Freitag nachmittag und Sonnensschein 🙂 Ich hab mir gemütlich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Aus Versehen dann noch mitgekriegt, dass auf Norrmalm ein „Fress-Gässchen“ stattfindet. Also die Pläne mir was zu essen zu kochen verworfen und dann einfach „original“ Köttbullar mit Kartoffelbrei und Lingon (oder so Ähnlich) was letztendlich Preiselbeeren waren. Gut, wieder was gelernt 🙂 Alles in allem wars lecker.

Nachdem ich mir gerade nochmal alle Bilder angeschaut habe, merke ich, dass ich ein paar Tage durcheinanderwerfe. Egal, merkt eh keiner 🙂

Kino – Django Unchained

Der letzte Beitrag zum Thema Kinofilm ist schon so lange her, dass ich gar nicht mehr weiß wann. Geschweige denn den Beitrag dazu finde 🙂

Anyway, ich war im Kino. In „Django Unchained„, dem neuen Film von Quentin Tarantino. Ich muss sagen: Der Film gefällt. Nicht Kultstatus-gefällt, aber empfehlenswert-gefällt. Zur Handlung schreib ich mal nichts, das kann man in der Wikipedia nachlesen, aber es ist halt ein typischer Tarantino-Film. Verquer, blutig, actionreich und teilweise bescheuert. Sehr irritierend sind manchmal die Musikstücke die zur Untermalung gewählt worden sind. Ein Rap-Song inmitten von Mississippi ist erstmal verstörend 🙂

Ansonsten sind alle Schauspieler gut gewählt, passen zu den Rollen, spielen gut (sogar der DiCaprio) und nach drei Stunden war ich auch wieder raus aus dem Kino.

Der einzige Nachteil an dem Film ist seine Länge. Da hätten zwei Stunden auch gereicht. Durch die Länge fühlte sich der Karlsruher Kinobetreiber dazu gezwungen eine 15min Pause mitten im Film reinzuquetschen. Ich hasse sowas. Wer die drei Stunden nicht seine Blase im Zaum hat, dem hilft auch keine 15min-Pause zwischendrin.

Bangkok – Tag 3

Der dritte Tag war zugleich auch der letzte Tag in Bangkok. Wir hatten bereits die elementaren Sehenswürdigkeiten abgeklappert und selbst der Lonely Planet hatte nimmer soviel gute Vorschläge.
In jedem Fall hab ich wieder ordentlich ausgeschlafen und Claudia nicht. Zweite Nacht in Folge. Arme, arme Claudi. Irgendwie sind immer Randalierer unterwegs.
Frühstück war diesmal in einem kleinen Straßenimbiss, thailändisch, anstatt kontinetal. Ich kann mich schon nimmer entsinnen was es konkret gab, höchstwahrscheinlich Pfannkuchen 🙂 Typisch thailändisch halt.
Um auch der thailändischen Kultur zu fröhnen, machten wir uns auf den Weg zum National Museum. Rein gefühlsmäßig war das der heißeste Tag überhaupt. Gut dass man zwischendurch Schatten hatte, aber das letzte Stück durch die pralle Sonne hat mich echt geschafft. Vor dem Museum wurden wir schon belagert von Leuten, die uns freundlich darauf hinwiesen, dass das Museum zu hat. Nun, das kennt man aus dem Reiseführer als Scam, die versuchen einen dann irgendwohin zu fahren, um billig Klamotten, Kruscht oder Schmuck zu verticken.
Leider hatten sie diesmal recht. Museum war zu. Na toll. Also wieder zurück zum Hotel und nochmals die Khao San und Bamruttri Road hoch und runter gelaufen. Wieder nix gekauft, ich bin kein Souveniertyp 🙂

Da der letzte Tag natürlich auch mit Auschecken vom Hotel verbunden war, hatten wir unser Gepäck im Hotel in einem Gepäckraum zwischengelagert und konnten somit gepäckfrei (yeah) den Tag verbringen. Nachdem wir alles abgelaufen hatten, gings zum Inder, bei dem ich dann (wieder) Samosa essen konnte. Leckeres Zeug diese Teigtaschen. Dazu gabs zuerst ein extrem salziges Getränk und dann eine Mango-Lassi. Boah, alleine für die Getränke würde es sich lohnen nach Thailand zu ziehen.
Zum Essen gabs Kartoffeln mit Erbsen in Soße. Leicht scharf, sehr lecker. Und ein Bier: Chang.

Ich hab ja versucht alle Biersorten zu probieren, Chang war eine davon. Man sagte mir (bzw. der Reiseführer), in Thailand wäre das Bier furchtbar und würde mit Eiswürfeln getrunken werden. Hauptsächlich natürlich dem warmen Wetter geschuldet. Ich hab aber tatsächlich _niemals_ Eiswürfel in meinem Bier gesehen. Und so schlecht war das Bier auch nicht. Über Geschmack lässt sich natürlich streiten, aber ich fand es ganz süffig und gut zu trinken. Schmeckte ein bißchen wie Heineken.

Beim Inder wurde dann über den Staat, Amerika, die Präsidentschaftswahl, Religion und Sabbaticals geredet. Diskutiert. Sehr gut. Alle Themen die man nicht ansprechen sollte. Fast 🙂

Nun näherte sich der Tag doch dem Abend (wasn Satzbau) und wir mussten zum Busterminal das ein bißchen ausserhalb lag. Also ab zur Khao San, da stehen massenhaft Taxis rum. Leider stand auch gerade die Polizei da rum, dass hat viele Taxifahrer dazu genötigt sich an Straßenverkehrsregeln zu halten und nicht im Halteverbot stehen zu bleiben. Wir sind also ein Stückchen weiter und haben dann auch einen Taxifahrer gefunden der uns fahren wollte. Nur konnten wir ihm nicht ganz klar machen wo wir eigentlich hinwollten bzw. hat er erstmal auf die Beschreibung gestarrt. Währenddessen schlenderte einer der Polizisten gemütlich auf uns zu und ich dachte schon. Ohoh, der will Ärger machen.
Aber ganz im Gegenteil, er hat zwischen uns und dem Taxifahrer übersetzt und der Taxifahrer hat auch brav sein Taximeter angemacht (wir erinnern uns: das machen die fast nie).
Leider nur bis zur nächsten Kurve, dann hat er es wieder ausgeknipst und wir sind dann wieder ausgestiegen. Alles Abzocker.
Naja, anyhow, ein Taxi ward dann doch gefunden und wir sind zum Busterminal gekommen. Die Busfahrt ist jetzt an sich höchst unspektakulär, ist halt ein Bus mit Liegesesseln und man wird ähnlich mit Essen/Trinken beglückt wie auf einem GermanWings-Flug.
ABER: Ich glaub ich muss den Bus der deutschen Bahn melden. Was die Klimaanlage geschafft hat, davon kann man im Sommer im ICE in Deutschland nur träumen: gefühlt hat es der Bus geschafft den Innenraum auf 10 Grad runter zu kühlen. Bisher hatte ich keinerlei Erfahrungen mit Überlandbussen, aber vom Flugzeug war ich es gewohnt, dass das kleine Deckchen das man kriegt völlig aussreicht. Nun hier nicht. Die erste Hälfte der Tour konnte man es noch ertragen, der Zwischensnack an einer Raststätte sorgte dafür, dass man wieder auftaute, aber die zweite Hälfte war furchtbar.

Ich bin jetzt nicht gerade die Person die kälteempfindlich ist. Aber hier kam echt alles zusammen. Die Klimaanlage wollte mal zeigen was sie so kann, die Tatsache das draussen 30°C sind, hat sie nur noch mehr angespornt. Ich musste mich dauern umdrehen, um den Gefrierbrand abzuschütteln. Und weil ich ja so unglaublich vorrausdenke, hatte ich Flipflops, kurze Hosen und ein Tshirt an. Da wirds bei -23°C halt einfach kalt. Saukalt. Gefrierfachkalt. Eisbären würden sich zum Winterschlaf einmummeln.

Nun, alles hat ein Ende, sogar unser komfortabler Kältesarg, und so kamen wir zum Sonnenaufgang an der Fähre nach Koh Samui an. Die Nacht war natürlich nicht gerade mit erholsamen Schlaf gesegnet und so musste ich auf der Fähre immer gegen den Schlaf ankämpfen. Claudi kann das besser, die ist das irgendwie gewohnt 🙂 An Felsen in der Brandung und fast unbewegtem Meer ergötzend war die Überfahrt nicht der Rede wert. Eher die Tatsache, dass man sich direkt vor Ort wieder mit einem Taxifahrer rumärgern durfte…

Diesmal durfte ich die Fahrt zum Hotel organisieren und ich bin flugs zum nächsten Telefon um das Hotel anzurufen, ob man uns abholen kann. Währenddessen musste ich am Taxistand vorbei, die mich freundlich drauf hinwiesen, dass sie für nur 800 Baht fahren würden. 800!!! Das sind ~20 Euro. Purer Wucher in Thailand, sogar für deutsche Verhältnisse ist das teuer. Nunja, ich wollte ja eh den Pickup-Service vom Hotel nutzen. Allerdings stellte sich das schwieriger raus als gedacht. Dem Telefon war es völlig egal welche Zahlen ich tippte, mit Vorwahl, ohne, mit Landesvorwahl, ohne, wild rumtippen, alles war egal, nach der zweiten Taste machte es direkt nur TUTUTUTUTUT. Offensichtlich idiotensichere Bedienung. Ein Taxifahrer ergriff die Initiative und telefonierte mit dem Hotel von seinem Handy aus. Etliche thailändische Wörter später wollte er mich dann auch gleich einpacken und hinfahren. Zwischendurch musste man ihn noch überzeugen, dass unser Hotel nicht mitten in der Insel liegt, sondern am Chaweng Beach. Gut dass man das vorher nachgeschaut hatte. Stellt sich raus, dass es zweimal das Hotel gibt, einmal als Resort und einmal als was anderes und er kannte halt nur eins. Kann vorkommen. Nunja, Claudi eingepackt, die schnaubend den Preis akzeptierte und auf zum Hotel. Willkommen auf Koh Samui

Bangkok – Tag 2

Der große Tag. Grand Palace. Wat Pho. Wat Phra Kaew. Und das alles an einem Tag. Hurra 🙂

Erstmal war aber lange schlafen angesagt. Aber nur für mich. Claudi berichtete das in der Nacht die Hölle los war. Einerseits wohl das übliche Backpacker-Gejohle, andererseits aber auch noch ein Telefonat mitten in der Nacht. Gut das ich so einen festen Schlaf habe, ich hab davon exakt nichts mitbekommen. Arme Claudi 🙂

Das Frühstück war dann britisch. Was sonst solle man in Thailand als Frühstück wählen. Allerdings so richtig war nur er Laden britisch, das Frühstück war dann doch eher kontinental.

Dann gings aber los. Auf dem Weg zum ersten Highlight hat es dann tatsächlich angefangen zu regnen. Schwupps waren alle Leute von der Straße, bis auf die Straßenhändler, die irgendwoher plötzlich einen Haufen Regencapes und Regenschirme gezaubert hatten und sofort unters Volk bringen wollten. Was gerade noch ein Obstverkäufer war, wurde plötzlich zum Outdoorspezialisten 🙂

Wat Phra Kaew ist auch riesig. Sogar ein kleines Modell von Angkor haben sie aufgestellt, ich war da also auch. Bissle. Laut Foto zumindest 🙂 Danach war der Emerald Budda dran. Also sind wir zum Wat Phra Kaew, dort ist er in einer riesigen Halle aufgestellt. Jetzt könnte man ja denken, so ein National-Heiligtum aus Smaragd, das muss ja schon ordentlich was her machen. Macht es auch. Allerdings ists eher so 60cm gro klein und aus Jade. Aber was sind schon Namen, nichts als Schall und Rauch :). Ansonsten war dass ja mein erster buddistischer Tempel, das heißt aber auch, es gibt ein paar Regeln:

  1. Die Füsse (bzw. ich glaub die Fussohlen) dürfen nicht in Richtung des Buddas zeigen.
  2. Schuhe sind verpöhnt, man muss sockig/barfuss in die Halle rein
  3. Fotos sind hier nicht erlaubt.
  4. lange Hosen und bedeckte Schultern sind Pflicht

Ist aber schon beeindruckend. Schöne Wandmalereien, jede menge fromme Leute, der Smaragd-Knilch ist knapp unterm Dach, auf einer Pyramide aus Gold-Säulen, anderen Figuren und was weiß ich noch alles. In der Wikipedia ist ein Bild vom oberen Teil zu sehen.

Als nächstes dann ins Waffenmuseum, dass ist zwar nimmer im Wat Phra Kaew, sondern im Grand Palace, aber das macht ja nichts 🙂 Das war jetzt eher unspektakulär, allerhöchstens fand ich die Tatsache bemerkenswert, dass sich die Schnitt-, Schneid- und Hackinstrumente jetzt nicht arg von den europäischen Varianten unterscheiden. Es gibt Hellebarden, Lanzen, Schwerter, Dreizacke (Dreizäck!) und Piken. Spannend :).

Draussen waren gerade Bauarbeiter auf dem Dach, die haben dann bemerkt, dass wir sie bemerkt haben und einer hat sich dann auch zum Foto aufgestellt. *knips* sehr gut, weiter gehts. Im Grand Palace hat man Zugang zu diversen Thronsäälen/Empfangshallen, allerdings ist das von Inner eher ein: Kennste einen, kennste alle. Von aussen ist der Grand Palace-Bezirk eine bunte Zusammenstellung aus Barock, Gotik, Klassizismus und einem Hauch von asiatischen Stilen. Warum man das in Thailand so haben will, ist mir völlig schleierhaft, vor allem weil die thailändischen Gebäude viel schöner sind. Anyhow, Bilder sagen hier mehr als Worte, deswegen sei hier aufs Ende dieses Artikels verwiesen. Am Ende des Geländes war dann noch eine Münzausstellung die auch die Kronjuwelen beiinhalten sollte. Nachdem wir im ersten Raum das fancy augumented realtity Zeugs erkannt und benutzt hatten (man kann die Bezahl-Steine des .. äh. 13.Jahrhundert im Raum drehen und wenden), sind wir weiter nach hinten um die Krownjuwelen zu begaffen. Leider gabs da nur Fotos. Doof das. Ansonsten darf ich noch bemerken das der ganze Bereich unglaublich grün, prächtig und beeindruckend ist. Da kann das Berliner Regierungsviertel nur gegen abstinken.

Weiter gings dann zum Wat Pho. Allerdings mussten wir auf dem Weg dahin noch unbedingt das allgegenwärtige isotonische Kaltgetränk namens Kokosnuss (inklusive Kokosnusswasser und nicht ganz reifem .. ähh .. Kokusnussfruchtfleisch. Wie auch immer das wirklich heißt) kaufen, mit Crêpes den Hunger vertreiben und noch schnell zwischendrin einen Granatapfeldrink leeren. Herrlich. Dass das Essen in Thailand vorzeigbar ist, hat man ja auf den diversen Facebook-Bildern schon gesehen 🙂

Äh, meine Stichwortsammlung lässt mich hier bissle im Stich. Alles im Allen war der der liegende Budda (siehe Regeln oben, nur diesmal durfte man Fotos machen). Die Füße waren mit Perlmutt verziert und auf den Fußsohlen des Budda konnte man die 180 Arten einen Budda zu erkennen begutachten. Näheres auch hier wieder siehe Fotos 🙂

Im Wat Pho waren allerdings auch Trillionen an Katzen. Während 99% der Claudi zugelaufen sind, durfte ich mich auch an ein oder zwei ran wagen 🙂

Aufm Rückweg zum Hotel haben wir dann noch ein Schiff gesehen, dass fast so aussah wie die königliche Barke. Allerdings war dazu viel zu wenig los und es sah eher aus wie eine Mindestbesatzung auf dem Boot. Nunja. Abends gabs dann Essen in einem frisch renovierten thailändischen Restaurant. Und Pfannkuchen. Und Cocktails. Und ein zufriedener Matze 🙂

Bangkok – Tag 1

Ich hab völlig vergessen, dass ich am nullten Tag ja auch noch beim Wat Arun war. Da gibt’s natürlich auch Bilder von, allerdings sind die alle auf Claudis Kamera, werden also nachgereicht. Da wird’s dann einfach einen eigenen Artikel zu geben.
Nachdem ich dem jetlag gefröhnt habe und dann doch schon um zehn (oder so) aufgestanden bin, ging es erstmal an den hoteleigenen Pool. Es war echt herrlich kühl und nach ein paar Runden fühlt man sich wie neugeboren.
Das gemütliche Am-Pool-Liegen wurde aber schnell eingestellt, die Gefahr eines überraschenden Schlafanfalls war zu groß.
Zum Frühstück Croissant. Und Früchte. Und Kaffee. Der Kaffee war übrigens trinkbar, wenn auch nichts besonderes. Dann zu Fuss zur nächsten Busstation Richtung Norden.
Claudi hat wieder die Führung übernommen (hatte ich schon erwähnt, dass ich ohne Claudi übrigens hilflos durch Bangkok geirrt wäre?), schnurstracks zur nächsten besten Station. Vor ort noch ein Backpackerpãrchen getroffen, das auch zum Chatuchak-Markt wollte.
Nach kurzem Warten im Schatten (in der Sonne bin ich fast vergangen), kam auch direkt der Bus. War zwar nicht der den wir wollten, aber der fuhr in die richtige Richtung, aleo was solls. Rein in den Bus. Gerade den zweiten Fuss nachgezogen, ich stand noch in der Tür und schon fuhr der Bus los. Krass. Vor allem weil ich erst am Wochenende davor in der Stuttgarter S-Bahn das volle Gegenteil erlebt habe. „Wir fahren erst los, wenn alle Türen zu sind. Bitte verlassen Sie den Türbereich“. Nunja, in Thailand reichts offensichtlich wenn der Schwerpunkt aller Passagiere sich im Bus befindet.
Im Bus war dann schnell ein Platz gefunden. Und, großer Bonus: Klimaanlage ole. Die Busfahrt war dann insfoern unspektakulär, bis auf die Geldbörse der Schaffnerin. Das war so ein 30cm Zylinder aus Blech. Geöffnet sah man mehrere Fächer für die Münzen (1,2,5 und 10 Baht) und eine Rolle mit Fahrkarten. Der Schaffner nahm das Wechselgeld und machte drei schnelle Handbewegungen und schon hatten wir abgerissene und entwertete Tickets in der Hand. Voll gut.
Der Busfahrer war dann eher nicht so ein Könner. Schalten ist was für Anfänger und so fuhren wir hochtourig durch Bangkok. Hielt in aber nicht davon ab, zumindest am Anfang zu fahren wie ein Berserker (David: falls du dich an den schottischen Bus erinnerst: genau so).
Dann der Markt. Wahnsinn. Hier wird groß neu definiert. Zigtausend Stände. Man braucht eine Karte um sich zurechtzufinden. Ohne Karte geht man zwar nicht verloren, allerdings findet man auch lang nicht alles. Der Reiseführer meinte zum Markt: ‚from used vintage sneakers to baby squirrels‘. Ohne Witz. Jeans, T-Shirts, Brillen, Uhren, Schilder (fancy LED-Dinger, schön bunt blinkend), Plastikblumen, richtige Blumen, Koffer, Rucksäcke, elektronischer Scheiß und jede Menge Essen. Unter anderem auch Insekten.
Ich hatte schon eine ganze Weile vor Insekten zu probieren, hätte die auch beinahe schon übers Internet bestellt, allerdings hab ich es dann doch gelassen. Jetzt aber, direkt frisch vor Ort, wer kann da widerstehen? Aber: Total unspektakulär. Und kein Stück lecker. Also nicht eklig, aber halt hauptsächlich kross und bissle fischig, das lag aber an der draufgesprühten Fischsauce.
Aber 40 baht kann man Verschmerzen. Also weiter durch den Markt. Seide, Seife, Chucks, Hunde-Welpen, Katzenjunge, Krokodile sollte es auch geben (nicht gesehen). Handtaschen, Kleider, und Wssen. Ne menge Essen.