Helsinki – Streifzug durch die Stadt

Helsinki ist vielleicht nicht die schönste Stadt meiner Reise, definitiv aber eine der Größten. Insofern gabs eine Menge zu sehen. Insgesamt habe ich 275 Fotos in Helsinki gemacht, was immerhin fast 20% der Bilder ausmacht die ich überhaupt geschossen habe. Man sollte dann noch erwähnen, das ich net soooo der Fotograph bin, weil 300 Fotos machen manche Leute innerhalb eines Abends 🙂

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Ich war ja schon Donnerstags in Helsinki und habe ein paar Tage im Cheapsleep verbracht, bevor dann meine Eltern dazugestoßen sind und wir in ein Hotel gezogen sind. Das Hotel war i.O., quasi eins der billigeren die man halt innerhalb von Helsinki findet: Scandic Continental Helsinki.

Das Frühstücksbuffet war gut (sogar laktosefrei), das Personal ordentlich und die Zimmer sauber. Eine Renovierung war gerade im Gange, das war auch teilweise echt notwendig, man hat dem Hotel angemerkt, dass es schon 50 Jahre alt ist.

Aber kommen wir zu Helsinki: Nachdem ich mich durch „Spotted by Locals“ durchgearbeitet hatte, bin ich einfach mal auf gut Glück durch die Stadt durch. Eine kleine Karte sollte helfen, die unterschiedlichen Bereiche besser zuzuordnen:

helsinki.karteManche Angaben werde sehr ungenau (das Kiasma ist z.B. eher beim „H“ von Helsinki, also bei 1., aber wer wird da schon kleinlich werden :)), aber im groben und ganzen wirds schon passen:

Also, im Hostel gestartet und erstmal zum Hauptbahnhof (über 1.). Von da aus schnurgerade durch die Stadt, bis zu 2. Und dabei kam das hier rum:

Natürlich am Ende gekrönt durch ein Eis. Eis geht immer. Es war dann aber doch schon bissle kühl, also bin ich wieder ins Hostel. Es war glaube ich Donnerstag oder so (man glaubt kaum wie unwichtig die Tage werden, wenn man jeden Tag machen kann was man will). In jedem Fall war ich bissle müd und wollte nix großes mehr machen, insbesondere nicht mit Leuten sozialisieren.

Was macht man also? Richtig, man geht ins Kino, da muss man mit niemanden reden. Nachdem eine kurze Suche diverste Kinos auftat, entschied ich mich für eins in der Nähe des Hauptbahnhofs (nähe des letzten „i“ von Helsinki) und hab mir Cloud Atlas angeschaut (ich verweise einfach mal auf den zugehörigen Blogeintrag).

Am nächsten Tag .. ähh, kein Plan. Essen, schlafen, oder auch andersrum, irgendwann hab ich mich dann mit zwei Schweizern angefreundet. Allerdings war am Freitag erstmal nix (oder wars doch der Donnerstag?) und abends bin ich dann ins Irish Pub, was sonst sollte man in Helsinki machen. Voller Vorfreunde ob der Live-Musik die kommen sollte, bin ich da um 21:30 reingeschneit und merkte recht schnell: viel zu früh. Es war kaum was los, an der Theke standen ein paar russische Matrosen die, kein Scheiß, Wodka gesoffen haben.

Ich hab dann also mir n Guiness besorgt und mich professionel an der Bar drapiert (Im Fachjargon gerne „STL“ genannt, „Stabile Tresenlage“, bedingt durch den optimalen Auflagepunkt des Körpergewichts auf dem Unterarm, gestützt durch die perfekte Höhe eines Tresens) und gewartet was der Abend so bringt.

Leider gabs nur alte Leute und betrunke Matrosen. Und Frauen die aussahen, als könnte ich sie mir nicht leisten. Irgendwann dachte ich mir: gehste mal zur Bühne, irgendwo muss die ja sein. Stellt sich raus, das Erdgeschoss (inkl. Raucherterasse) ist relativ klein im Vergleich zum Obergeschoss. Und da war schon ordentlich voll, viele Leute und dabei auch relativ jung. Wenn ich von relativ jung rede, dann muss das irgendwas zwischen 17 und 29 sein, im Zweifelsfall aber immer jünger als man denkt.

Irgendwann fand ich nen Barhocker der verloren am Eck stand und pflanzte meinen zarten Hintern auf eben diesen. Sekunden später sprach mich ein verkappter Rocker an (verkappt, weil, eigentlich viel zu jung fürn Rocker. In meinem Weltbild sind die alle ergraut, mit Sonnenbrille und älteren Semesters), dieser hier war also allerhöchstens Junior-Rocker. Nichtsdestotrotz unterhalten wir uns über die Weltprobleme des Finanzmarktes, des globalen Verschleißes und über das Abzockverhalten seitens der Ölgesellschaften. Leichte Unterhaltung also. Nachdem er uns seine Freundin (rothaarig, tatoowiert) mich auf zwei Kurze eingeladen hatten, hab ich dann ne Runde Bier springen lassen. Tja, eigentlich sollte ich es besser wissen, somit hab ich halt direkt mal 21 € versenkt. Somit war also mein Limit für den Abend eh überschritten, was soll der Geiz 😀

Nachdem die beiden dann ihres Weges gezogen sind, hat sich dann noch ne junge Helsinkianerin zu mir gesetzt, mit den Worten: „Darf ich mich zu dir setzen, du siehst n bissle älter als als die ganzen Jungspunde hier“. Abgehakt unter „Kompliment“, leicht errötet und natürlich bejaht. Am Einfachsten isses übrigens tatsächlich einfach zu erzählen was Sache ist: Ich bin Tourist, für ein paar Tage in der Stadt, und schlaf im Hostel XYZ. Mit ein bißchen Glück kennen die Leute das Hostel und empfehlen gleich den nächsten Supermarkt oder „günstige“ Restaurants, wobei die meist nicht über eine Dönerbude hinauskommen.

Na, ZUFÄLLIG hatte ich ne Karte von Helsinki dabei, und nach ca. 2h hatten wir jede Straße von Helsinki durchgesprochen und was man wo alles machen könnte. Zwischendurch hatten sich noch zwei andere Leute eingemischt, total betrunken, Anfang zwanzig, und meinten die besten Partylocations der Stadt zu kennen. Ich hab mir alles brav aufgeschrieben oder direkt auf der Karte zeigen lassen 🙂

So, irgendwann wars dann auch drei Uhr nachts und ich war tatsächlich müde. Also verabschiedet, noch nach facebook gefragt, und, zum ersten und einzigem Mal mit der sprichwörtlichen Wahrheitsliebe der Finnen konfrontiert worden: „Nein, wozu denn.“. Nunja, manchmal ist ein Argument einfach ein Totschlagargument und argumentativ schwer zu widerlegen. Dann halt nicht, wer nicht will, der hat schon.

Am Samstag war dann Tall Ships Race, davon hatte ich es ja schon. Abends war dann Partyabend, auch davon hatte ich es schon. Die Folgewoche war vollgepackt mit Sachen, manche bereits beschrieben (siehe 1, 2), manche (geplant: zwei) folgen noch.