Bangkok – Tag 0

Die Reise nach Bangkok alleine ist schon einen Eintrag wert. Um 11 bin ich aus dem Haus und hab mich auf den Weg nach Frankfurt gemacht, denn dort ging, völlig überraschend für einen internationalen Flug, mein Flieger ab.
Die Reise mit der Bahn war wie immer an einem Freitag (zumindest wenn ich fahre). Voll, zu spät und mit unfreundlichem Personal. Bedingt dadurch stand ich eine halbe Stunde in Mannheim und wartete auf meinen Anschlußzug. Arschkalt. Immerhin war das mit dem Anschlusszug auch kein Problem, der hatte nämlich auch Verspätung. Ausgleichende Gerechtigkeit oder so.
Frankfurt selbst war höchst unspektakulär, hatte ja schon am Vorabend online eingescheckt, musste also nur mein Gepäck loswerden.
Hektisch klickerte der gute Mann an meinem Ticket rum, er wollte es nämlich noch für mich ausdrucken, und dann kam es wie es kommen musste…. Papierstau. Ich hab dann also doch länger gebraucht als geplant aber noch alles in der Zeit.
Der Rest von Frankfurt war Warten. Immerhin hab ich eine Steckdose gefunden um mein Handy zu laden, vier Stunden Dauerbetrieb schlaucht den Akku sehr. Beim Boarding wurde ich noch spontan umgesetzt und durfte auf den Notausgangsitz. Yeah, Platz ohne Ende. Der Flieger war zusätzlich nur halb voll, somit eine Menge Platz für jeden (ich hatte eine Reihe für mich alleine. Zweieinhalb Filme angeschaut und schon war Bahrain da.
Alleine die Ansage des Kapitäns brachte mir Nahe dass ich in den Süden fliege. „Herzlich willkommen in Bahrain, draussen herrschend angenehme 30 Grad“. Kurzer Check mit der Uhr -> Mitternacht. Ahja. 30 Grad um Mitternacht. Wahnsinn. Ansonsten wars halt ein Flughafen, somit nix spektakuläres. Ich wurde mit ein paar Arabischen Klischees konfrontiert. Alle Männer haben Bärte. Alle tragen Kaftane (Kaftans?). Nunja, ich nutze die Chance auf eine Toilette die größer ist als ein Schuhkarton, werde aber gleich wieder mit der fremden Realität konfrontiert: Steh-Klo. Ohje. Ob das jetzt in ganz Asien so wird? Was sagt denn der Reiseführer dazu? Hmm, ich finde nichts. Naja, mal schauen 🙂
Ansonsten wurde spontan dreimal das Gate gewechselt, falls eine Durchsage dazu kam, dann hab ich sie überhöhrt. Regelmässige Blicke auf die Anzeige und dauernd das Gefühl irgendwie falsch zu sein.
Naja, weil so ein Flughafen aber hauptberuflich mit Fliegern zu tun hat, hat dann doch alles geklappt. Ich sitze also seit langem (2008) wieder mal in einem gößerem Flieger. Man könnte meinen dass da auch noch mehr Platz wäre, aber nunja. Der Flieger war wohl älter (>12Jahre), man sah gewisse Abnutzungsspuren. Das Entertainmentprogramm war im Gegensatz zum Flieger davor nur „dazuschaltbar“, d.h. Filme selbst anwählen war nicht möglich. Nungut. Ich will ja eh schlafen.
Leider kann ich nicht bequem in Flugzeugen schlafen. Das mag an meiner Größe liegen oder an der Tatsache dass im Sitzen schlafen einfach nicht das Wahre ist. Zusätzlich hatte ich noch links und rechts recht voluminöse Nebensitzer, hat der Gesamtsituation auch nicht gerade geholfen. Aber das geht ja rum 🙂
Die Landung in Bangkok lief ohne Probleme. Durch die Passkontrolle war dann schon bissle schwieriger, man musste ja ein Visum ausfüllen und Kugelschreiber waren nicht im Handgepäck. Schlau wie ich war, hab ich die natürlich nicht mitgenommen. Direkt traf auch ein, was Claudi prophezeit hatte: Abstinenz von Kugelschreibern. Es gab zwar rund ein Dutzend Schalter an denen man das Formular ausfüllen konnte, jeder ausgestattet mit einer formschönene Kette oder Kordel um den Kugelschreiber nicht in fremde Hände gelangen zu lassen. Hat allerdings nirgends geklappt. Gähnende Leere wo eigentlich ein Kugelschreiber sein sollte. Auch das beherzte Ausfragen des umherstehenden Personals ergab: Es herrscht Kugelschreibermangel in Thailand.
Gut das es andere Mitreisende gab. Schnell jemanden angesprochen, das Visum ausgefüllt und durch die Kontrolle durch. Rucksack geholt, aufgeschnallt und ab zum Meetingpoint. Vorher noch flugs zum Geldautomaten um 5000 Baht zu holen (ca 130 Euro).
Jetzt ist der Bangkokflughafen kein kleiner, allerdings ein recht übersichtlicher. Direkt zum Meetingpoint und einmal durchgeatmet war auch schon die Claudi da. Herrlich 🙂
Auf zum Skytrain, Pulle Wasser trinken (Abholservice UND Wasserträger, was ein Luxus) und direkt zum Hotel. Wir mussten zur Thanon Rambuttri, die liegt in der Nähe der berühmt berüchtigten Kao San. Die Metro ist aber noch relativ neu und Bangkok ist eher mit Bus, Taxi und TukTuk erschlossen. Kein Vergleich zur Tramdichte von Karlsruhe 🙂
Somit mussten wir ein kleines Stück der Reise zum Hotel anders bestreiten. Claudi hatte schon diverse klassische asiatische Tatsachen der Taxi-Benutzung erläutert. Erstens: Das Taximeter ist nur Show und funktioniert, falls überhaupt, nur nach dem 7. Mal nachfragen. Zweitens: Der Touri an sich zahlt immer zuviel. Drittens: Das erste Taxi ist nicht dass das du nehmen wirst. Viertens: ähhja, ich hab die mir eh ausgedacht, aber es heißt halt immer: „hallo, taxi-meter?“ oder „how much? 400? no thanks“, oder, oder, oder. Natürlich hatte ich sofort das Gefühl, dass der arme Taxifahrer dreizwanzig Kinder hat die er ernähren muss und jegliches Runterhandeln mich direkt für traurige Kinderaugen verantwortlich macht.
Anyway, ich war ja noch in der Bahnstation. Und somit hatte ich meinen Erstkontakt mit dem thailandischen, bzw. bangkokschen Klima. Nunja, es war warm. Sehr. Ziemlich. Und ich hatte noch die lange Jeans an. Puh. Bangkok ist ja eine der wärmsten Städte der Welt, meist sinkt die Temperatur tagsüber nicht unter 30 Grad. Zusätzliches erschlägt dich manchmal die Schwüle.
Aber nun zum Taxi. Das erste was wir sahen war ein Tuktuk. Nach kurzen Verhandlungen war Claudi zufrieden (Abholservice, Wasserträger UND Handelsgenie) und ich durfte stilecht mit dem Tuktuk durch Bangkok. Sehr gut. Leider sieht man nix 🙂 Viel mehr als den Bürgersteig kann man nicht erkennen wenn man normal im Tuktuk sitzt, der Asiate an sich ist halt doch ein bißchen kleiner. Also reingelömmelt und die Aussicht genossen.
Das Hotel war dann schnell erreicht, einschecken musste ich nimmer, Claudi hatte das schon übernommen (Abholservice, Wasserträger, Handelsgenie UND .. ähh, ja is gut jetzt :)). Nach einer Dusche und einem Wechsel der Klamotten war ich dann auch bereit direkt loszulegen. Es war ja gerade mal drei Uhr und mein Jetlag hielt sich in Grenzen. Direkt vorm Hotel waren diverse kleine Straßenhändler, inkl. Essensverkauf. Dort durfte ich man erstes Phat Tai genießen. Auf kleinen Plastikhockern direkt an der Straße mit zusätzlichem Mangoshake. Für 85 Baht. Das sind 2,17€. Und ich war pappsatt. So kann man durchaus leben 🙂
Ab jetzt bin ich mir schon nimmer über die Reihenfolge genau im Klaren, aber wir sind glaub zuerst zur Thai-Massage. Eine Stunde Massage+Facial. Der gute Mann der mich massierte walgte mich ordentlich durch. Eine professionelle Massage hab ich ja noch nie gemacht, und das war schon echt beeindruckend. Besonders die letzten zwei Übungen (Aktionen, Griffe oder wie auch immer man das nennt) waren sehr .. ähh .. einprägsam. Wer schonmal ein Handtuch ausgewrungen hat, weiß ungefähr wie ich mich gefühlt habe. Wie das Handtuch. Knacken in allen Wirbeln. Wahnsinn.
Auf meiner Handwurzel hat er auch ordentlich rumgedrückt und genau einen Nerv gefunden. Irgendwie hat er direkt gemerkt dass da was ist und natürlich nochmal extra rumgedrückt.
Allerdings war das echt gut 🙂 Sowas sollte man öfters machen. Direkt danach sind wir weiter zur Khao San, eine Straße vollgepackt mit Cocktailläden, Bars, Restaurants, Shops, Marktständen und kleineren Hotels. Und Lautsprechern. Das durchlaufen da kann man sich ungefähr so vorstellen: Nehmt den  Nürnberger Christkindlsmarkt, addiert Thai-Pop, American-Pop und 90erJahre Lieder auf volle Lautstärke und eine gute Mischung aus Rucksacktouristen und Thailändern.
Letztendlich sind wir erstmal zum McDonalds, Claudi hatte Lust auf einen Cheeseburger. Danach sind wir dann noch in eine Cocktailbar, haben uns einen genehmigt und die Leute begutachtet. Alle 2min kommt irgendeine Verkäufern mit Lebensbändeln oder Holzfröschen (wenn man da mitm Stab über den Rücken streicht, klingt das so als ob der Frosch quakt) und will dir ihren Schund andrehen.
Natürlich sind wir noch die Khao San auf und ab gelaufen, aber das kann ich nicht so gut wiedergeben. Im Kopf ist mir geblieben, dass man dort Führerscheine, Harvard-Diplome und Sonstige Auszeichnungen kaufen kann. Und eine Cocktailbar hieß (bzw. hatte das im Namen) „we don’t check id“. Sehr gut.
Ansonsten war das ein sehr langer aber kurzweiliger Tag und ich bin dann abends echt erschlagen ins Bett gefallen. Und das war der erste halbe Tag. So kanns weitergehen 🙂
Bilder gibts vom ersten (nullten) Tag genau eins, wenn man von den schon gefacebookten Flughafen und Beinfreiheitbildern mal absieht. Vom ersten Tag gibts dann mehr Bilder 🙂