Välsmakande Surströmming

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Surströmming, eine Delikatesse Schwedens. Sagt man. Der gesunde Menschenverstand sagt einem: Was, ihr esst Fisch, der monatelang vor sich hin fermentiert und sogar dafür sorgt, dass sich die Konservendose wölbt? Fisch, der beim Öffnen der Dose einen Geruch verbreitet der durchaus als der Inbegriff der Widerlichkeit beschrieben werden kann? Ein Geruch der sogar dafür sorgte, dass eine Mietkündigung bestätigt wurde?

Nunja. man muss ja alles mal erlebt haben, deswegen: Auf ins Vergnügen. Es gibt wohl mindestens zwei verschiedene Versionen von dem eingelegten Fisch. Es ist immer Hering, aber entweder reines Filet oder der ganze Fisch. Komplett. Inklusive Eingeweide.

Wir hatten letzteres. Die Dose wurde geöffnet und ein wohliger Geruch verteilte sich über die Landschaft. Riecht anstrengend streng, mit genügend Abstand aber erträglich. Es soll auch deutlich schlimmer gehen hat der zuständige Schwede erklärt 🙂

Nun, es riecht widerlich. Die Reaktionen sind aber sehr unterschiedlich. Manche gehen nicht mal auf zwei Meter ran, andere nutzen das „chemische riechen“ (Duft mit der Hand an die Nase fächeln) und manche riechen direkt. Was soll man sagen. Es gibt mehrere Arten von Menschen 🙂

Der Geschmack ist unterschiedlich. Die Innereien sind eher widerlich, das Filet ist hauptsächlich salzig (vergleichbar mit Anchovis) und die Rogen sind knusprig aber auch nur salzig. Alles in allem eher enttäuschend. Was allerdings echt furchtbar ist, ist die „Soße“, also die Salzlake die alle Bakterien, Duftstoffe und Sonstiges der letzten Monate, in denen der Fisch vor sich hingegärt hat, aufgenommen hat. Die ist ECHT widerlich. Und stinkt. und man kriegt die nicht mehr weg. Der Zimmermann der mit dabei war, hat sich dreimal mit Seife die Hände gewaschen, dann mit Reinigungstüchern und dann noch mit Wodka. Es stank noch immer. Vom stundenlangen Nachgeschmack will ich mal gar nicht reden.

Nunja. Die Schweden kippen da massenhaft Zwiebeln und Kartoffeln drüber. Und fragen sich jedes Jahr warum sie das eigentlich machen, nur ums dann noch zu machen. Das ergab eine repräsentative Studie unter einem Schweden 😉