Jerusalem

Alle Jahre wieder … na gut eigentlich jetzt dann nicht mehr. In jedem Fall war ich im Urlaub. Nachdem wir (David und ich) letztes Jahr an Pfingsten schon vor Ort waren, wurden wir diesmal durch Franzi ergänzt.
Ziel der Reise war Jerusalem/Old City. Rein vom Ablauf wars identisch zum letzten Jahr, Samstags früh nach Köln, das bisschen Sonne genießen und dann ab in den Flieger nach Tel Aviv. Zu Flugreisen erzähl ich nichts, will nur kurz auf die Sicherheitskontrollen eingehen: nicht das es reichen würde, dass man einmal alles Gepäck und sich selbst durchsuchen lassen muss, nein, man muss es sogar zweimal machen. Einmal für die deutschen Behörden und einmal für die israelitischen. Nichts spektakuläres, aber nervig.
Immerhin war es in Tel Aviv einfach, wir sind alle drei direkt durchgekommen ohne die letztjährliche Befragung die gefühlt eine ganze Stunde gedauert hat. Direkt in den Sherut-Shuttlebus, ab zum Jaffa Cake und schon waren wir bei Jo/Desi daheim.

Total faszinierend fand ich die Tatsache, dass nach über einem Jahr trotzdem es kein Problem war die Wohnung direkt wiederzufinden. Was man sich so alles merkt…

Der nächste Tag (Sonntag) wurde dann auch direkt mit einer kleinen Altstadtführung begonnen (Grabeskirche, Tempelberg, Klagemauer, Cardo und einmal durch alle vier Viertel) um dann mit einem Essen abgeschlossen. Da in Jerusalem nun doch ein paar Juden wohnen, ist das mit dem Essen in Restaurants so eine Sache. Meist sind sie koscher, d.h. es gibt eine Strenge Trennung zwischen Milch und Fleisch (wer sich genau durchlesen will, was genau koscher bedeutet, der sollte einfach die Wikipedia aufsuchen). In jedem Fall hatte ich ein leckeres Essen, das aber leider auch recht teuer war.

Auch hab ich mich sehr auf Arle gefreut. Der Kater ist sowas von zutraulich, das ist schon nicht mehr feierlich. Ein Herzchen 🙂

Ich bringe definitiv schon ein paar Tage durcheinander, aber da müsst ihr durch. Am Sonntag gabs, wie sollte es in einem typisch deutschem Haushalt auch anders sein, ein gemeinsames Tatort guggn. Jede Menge Volos, Studenten und sonstwer (insgesamt: vier) haben sich versammelt und gemeischschaftlich wurde der Stuttgarter Tatort angeschaut. Mit Verlaub: echt schlecht. Komische Handlung, komische Schauspieler, komisch halt.

Richtig gut war allerdings das Eis. Das Konzept von Eiskugeln hat sich noch nicht durchgesetzt, stattdessen werden einfach mit einem Spachtel die einzelnen Sorten quasi in den Becher gegipst. Höchst professionell.

BREAK

So.Diese Zeilen entstehen grob zwei Monate später. Ich hab keine Bilder hier, die Details sind mir schon wieder entfallen und ich weiß nimmer. Deswegen gehts chronologisch durcheinander und wild gewürfelt wird auch nochmal 🙂

Wir waren glaub ich beim Sonntag stehengeblieben. D.h. es fehlen noch fast 6 Tage an denen wir eine Menge unternommen haben. Natürlich waren wir im Totem Meer. Und in Ben Gedi. Und wir sind dann auch noch ein paar christliche Pilgerstätten abgefahren, ich kann mich nur noch an den Ort erinnnern, an dem Jesus Petrus den Schlüssel zum Paradies übergeben haben soll. An den Rest kann ich mich nur waage erinnern, für sowas hab ich einfach kein Gedächtnis. Was auf jeden Fall cool war (quasi wortwörtlich, was ein Scherz), war der Hexagon Pool. Nach diversen fehlgeschlagenen Versuchen die ansässigen Fische mit der Hand zu fangen, haben wir uns halt mit „gegen den Strom anschwimmen“ beschäftigt, als auch mit der obligatorischen Wasserschlacht. Sehr zu empfehlen 😉

Da wir eh dort oben waren, habe wir uns auch den See Genezareth angeschaut. Und wir waren in einer Kreuzritterfestung. Allerdings fällt mir weder der Name noch der Ort ein. Ein googlen ergab Tiberias, aber da bin ich mir nimmer sicher. Man sollte so Einträge einfach nicht Monate später schreiben 😉

Ich unterschlag den Rest und komme direkt auf die Rückfahrt durchs Jordantal zu sprechen. Mit dem Auto ist man da immerhin 3-4 Stunden pro Strecke unterwegs und wir waren zu fünft im Auto. Johannes und ich hatten es vergleichsweise angenehm, da wir vorne saßen, während sich die Mädels und David hinten kuschelnd warm hielten 🙂 Irgendwann auf der Höhe von Jericho hat dann der Jo aufgegeben und ich durfte weiterfahren. Man soll ja nicht müde fahren. Brav. Bis nach Jerusalem konnte man auch nichts falsch machen, gab nur eine Straße, und die hatte keinerlei Abzweigungen 🙂 Bzw. keine die einen verleitet hätten abzubiegen.

In Jerusalem wurde ich dann bissle nervös. Ich hasse den Autoverkehr in großen Städten, die Tatsache dass ich seit fünf Monaten kein Auto mehr gefahren bin und natürlich die Kleinigkeit der Ortsunkenntnis führten dazu, dass ich heilfroh war das Jo mir genaue Angaben gegeben hat. Insbesondere wars ein Highlight über die Grenze nach Jerusalem reinzufahren, von reichlich beladenen Soldaten gesichert. Am Ende wars nur ein .. „langsam .. langsam .. und durch“.

Einmal gabs auch Brunch, irgendwo von der Yafo (Hauptstraße) links ab, durch zwei Häuser durch und irgendwann steht man in einem immens coolen Haus, dass ein Buffet und das Interieur schön zusammengewürfelt aussieht. Alles noch bissle kaputt und der Lack ab, das passte aber hervorragend ins Gesamtkonzept. Das Buffet war ganz in Ordnung 😉

So, dann waren wir noch eine Bekannte von Jo/Desi verabschieden. Ich meine mich zu erinnern, dass die Volontärin war und das halbe Jahr (oder Jahr?) abgelaufen war. In jedem Fall gabs diverse Kuchen, Bier und Wein. Und wir haben noch ne Runde Fussball gespielt, inkl. einem kleinen israelitischen Jungen der gerne mitgespielt hat. Hach 🙂

Rein Museumstechnisch haben wir uns „nur“ Yad Vashem (das Holocaust-Museum) angeschaut. Allerdings hat uns das auch ohne Probleme drei oder vier Stunden beschäftigt. Diverse Dinge weiß man schon nachdem man die deutsche Schulbildung durchlaufen hat, manche Dinge waren mir aber auch total unbekannt. Ich werde erst gar nicht versuchen die Erfahrung irgendwie in Worte zu fassen, das war einfach zu beeindruckend. Und sehr ehrschlagend. Der Audioguide war sehr gut, nach drei Stunden lässt dann aber die Konzentration deutlich nach und man hört sich doch nicht mehr alles an. Am Ende kommt man etwas niedergeschlagen und deprimiert raus und fragt sich wie irgendwelche Leute den Holocaust ersthaft leugnen können.

Kommen wir zu erfreulicheren Sachen. Letztes Mal hatten wir im Cafe an der Yafo (Name entfallen ;)) den wahrscheinlich besten Kuchen der Welt. Inkl. zuckersüßer Bedienung. Dieses Erlebnis musste natürlich nachgeholt werden, allerdings wurden wir bitter enttäuscht. Die Bedienung hat uns zuerst ignoriert, dann einen Kuchen gebracht, der schon den ganzen Tag aufgeschnitten rumstand (und dementsprechend trocken waren die Kanten). Nachdem das bemängelt wurde, gabs auch direkt (aka: nach 15min) einen neuen. Die restlichen bestellten Kuchen hatten wir natürlich schon gefuttert so dass Johannes alleine durch seinen Kuchen musste. Ungeschickterweise wurde aber kein Löffel mitgeliefert. Aber kein Problem, die Bedienung hat einfach meinen (benutzten) Löffel vom Teller genommen und dem Jo hingelegt. Habt euch mal nicht so! Dem Gesamteindruck entsprechend ist dann der Trinkgeldbetrag aufgerundet auf ca. 0 Euro rausgelaufen.

Soo, was hatten wir noch. Natürlich jede Menge Arle kraulen (obwohl er diesmal gehaart hat wie blöd) und jede Menge Schawarma (oder, wie ich es immer nannte: Schaun’mer’mal. Ich bin es nie leid gewesen den Witz zu wiederholen :)) futtern. Manchmal auch mit Falafel, die tatsächlich deutlich besser schmecken, als alles was ich bisher in Deutschland probiert habe. Da mag aber der Urlaubsbonus mitgespielt haben.

Sobald ich wieder daheim bin, suche ich vielleicht noch ein paar Bilder raus, so dass ich mit Sonnenschein und Urlaub angeben kann 😉