Bangkok – Tag 3

Der dritte Tag war zugleich auch der letzte Tag in Bangkok. Wir hatten bereits die elementaren Sehenswürdigkeiten abgeklappert und selbst der Lonely Planet hatte nimmer soviel gute Vorschläge.
In jedem Fall hab ich wieder ordentlich ausgeschlafen und Claudia nicht. Zweite Nacht in Folge. Arme, arme Claudi. Irgendwie sind immer Randalierer unterwegs.
Frühstück war diesmal in einem kleinen Straßenimbiss, thailändisch, anstatt kontinetal. Ich kann mich schon nimmer entsinnen was es konkret gab, höchstwahrscheinlich Pfannkuchen 🙂 Typisch thailändisch halt.
Um auch der thailändischen Kultur zu fröhnen, machten wir uns auf den Weg zum National Museum. Rein gefühlsmäßig war das der heißeste Tag überhaupt. Gut dass man zwischendurch Schatten hatte, aber das letzte Stück durch die pralle Sonne hat mich echt geschafft. Vor dem Museum wurden wir schon belagert von Leuten, die uns freundlich darauf hinwiesen, dass das Museum zu hat. Nun, das kennt man aus dem Reiseführer als Scam, die versuchen einen dann irgendwohin zu fahren, um billig Klamotten, Kruscht oder Schmuck zu verticken.
Leider hatten sie diesmal recht. Museum war zu. Na toll. Also wieder zurück zum Hotel und nochmals die Khao San und Bamruttri Road hoch und runter gelaufen. Wieder nix gekauft, ich bin kein Souveniertyp 🙂

Da der letzte Tag natürlich auch mit Auschecken vom Hotel verbunden war, hatten wir unser Gepäck im Hotel in einem Gepäckraum zwischengelagert und konnten somit gepäckfrei (yeah) den Tag verbringen. Nachdem wir alles abgelaufen hatten, gings zum Inder, bei dem ich dann (wieder) Samosa essen konnte. Leckeres Zeug diese Teigtaschen. Dazu gabs zuerst ein extrem salziges Getränk und dann eine Mango-Lassi. Boah, alleine für die Getränke würde es sich lohnen nach Thailand zu ziehen.
Zum Essen gabs Kartoffeln mit Erbsen in Soße. Leicht scharf, sehr lecker. Und ein Bier: Chang.

Ich hab ja versucht alle Biersorten zu probieren, Chang war eine davon. Man sagte mir (bzw. der Reiseführer), in Thailand wäre das Bier furchtbar und würde mit Eiswürfeln getrunken werden. Hauptsächlich natürlich dem warmen Wetter geschuldet. Ich hab aber tatsächlich _niemals_ Eiswürfel in meinem Bier gesehen. Und so schlecht war das Bier auch nicht. Über Geschmack lässt sich natürlich streiten, aber ich fand es ganz süffig und gut zu trinken. Schmeckte ein bißchen wie Heineken.

Beim Inder wurde dann über den Staat, Amerika, die Präsidentschaftswahl, Religion und Sabbaticals geredet. Diskutiert. Sehr gut. Alle Themen die man nicht ansprechen sollte. Fast 🙂

Nun näherte sich der Tag doch dem Abend (wasn Satzbau) und wir mussten zum Busterminal das ein bißchen ausserhalb lag. Also ab zur Khao San, da stehen massenhaft Taxis rum. Leider stand auch gerade die Polizei da rum, dass hat viele Taxifahrer dazu genötigt sich an Straßenverkehrsregeln zu halten und nicht im Halteverbot stehen zu bleiben. Wir sind also ein Stückchen weiter und haben dann auch einen Taxifahrer gefunden der uns fahren wollte. Nur konnten wir ihm nicht ganz klar machen wo wir eigentlich hinwollten bzw. hat er erstmal auf die Beschreibung gestarrt. Währenddessen schlenderte einer der Polizisten gemütlich auf uns zu und ich dachte schon. Ohoh, der will Ärger machen.
Aber ganz im Gegenteil, er hat zwischen uns und dem Taxifahrer übersetzt und der Taxifahrer hat auch brav sein Taximeter angemacht (wir erinnern uns: das machen die fast nie).
Leider nur bis zur nächsten Kurve, dann hat er es wieder ausgeknipst und wir sind dann wieder ausgestiegen. Alles Abzocker.
Naja, anyhow, ein Taxi ward dann doch gefunden und wir sind zum Busterminal gekommen. Die Busfahrt ist jetzt an sich höchst unspektakulär, ist halt ein Bus mit Liegesesseln und man wird ähnlich mit Essen/Trinken beglückt wie auf einem GermanWings-Flug.
ABER: Ich glaub ich muss den Bus der deutschen Bahn melden. Was die Klimaanlage geschafft hat, davon kann man im Sommer im ICE in Deutschland nur träumen: gefühlt hat es der Bus geschafft den Innenraum auf 10 Grad runter zu kühlen. Bisher hatte ich keinerlei Erfahrungen mit Überlandbussen, aber vom Flugzeug war ich es gewohnt, dass das kleine Deckchen das man kriegt völlig aussreicht. Nun hier nicht. Die erste Hälfte der Tour konnte man es noch ertragen, der Zwischensnack an einer Raststätte sorgte dafür, dass man wieder auftaute, aber die zweite Hälfte war furchtbar.

Ich bin jetzt nicht gerade die Person die kälteempfindlich ist. Aber hier kam echt alles zusammen. Die Klimaanlage wollte mal zeigen was sie so kann, die Tatsache das draussen 30°C sind, hat sie nur noch mehr angespornt. Ich musste mich dauern umdrehen, um den Gefrierbrand abzuschütteln. Und weil ich ja so unglaublich vorrausdenke, hatte ich Flipflops, kurze Hosen und ein Tshirt an. Da wirds bei -23°C halt einfach kalt. Saukalt. Gefrierfachkalt. Eisbären würden sich zum Winterschlaf einmummeln.

Nun, alles hat ein Ende, sogar unser komfortabler Kältesarg, und so kamen wir zum Sonnenaufgang an der Fähre nach Koh Samui an. Die Nacht war natürlich nicht gerade mit erholsamen Schlaf gesegnet und so musste ich auf der Fähre immer gegen den Schlaf ankämpfen. Claudi kann das besser, die ist das irgendwie gewohnt 🙂 An Felsen in der Brandung und fast unbewegtem Meer ergötzend war die Überfahrt nicht der Rede wert. Eher die Tatsache, dass man sich direkt vor Ort wieder mit einem Taxifahrer rumärgern durfte…

Diesmal durfte ich die Fahrt zum Hotel organisieren und ich bin flugs zum nächsten Telefon um das Hotel anzurufen, ob man uns abholen kann. Währenddessen musste ich am Taxistand vorbei, die mich freundlich drauf hinwiesen, dass sie für nur 800 Baht fahren würden. 800!!! Das sind ~20 Euro. Purer Wucher in Thailand, sogar für deutsche Verhältnisse ist das teuer. Nunja, ich wollte ja eh den Pickup-Service vom Hotel nutzen. Allerdings stellte sich das schwieriger raus als gedacht. Dem Telefon war es völlig egal welche Zahlen ich tippte, mit Vorwahl, ohne, mit Landesvorwahl, ohne, wild rumtippen, alles war egal, nach der zweiten Taste machte es direkt nur TUTUTUTUTUT. Offensichtlich idiotensichere Bedienung. Ein Taxifahrer ergriff die Initiative und telefonierte mit dem Hotel von seinem Handy aus. Etliche thailändische Wörter später wollte er mich dann auch gleich einpacken und hinfahren. Zwischendurch musste man ihn noch überzeugen, dass unser Hotel nicht mitten in der Insel liegt, sondern am Chaweng Beach. Gut dass man das vorher nachgeschaut hatte. Stellt sich raus, dass es zweimal das Hotel gibt, einmal als Resort und einmal als was anderes und er kannte halt nur eins. Kann vorkommen. Nunja, Claudi eingepackt, die schnaubend den Preis akzeptierte und auf zum Hotel. Willkommen auf Koh Samui